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Sparkassen Münsterland Tour 2005

Internationale Radrundfahrt für Junioren – Sparkassen-Münsterland-Tour

Roels gewinnt Münsterland-Tour im Alleingang

Ibbenbüren, 17. Juli 2005 (sts). Mit einem eindrucksvollen Solo hat der Deutsche Meister Dominik Roels aus dem Auswahlteam Nordrhein-Westfalen am Nachmittag die dritte Auflage der Sparkassen-Münsterland-Tour gewonnen. Eineinhalb Runden vor Schluss der Königsetappe der Junioren-Rundfahrt fuhr der 18-Jährigen auf und davon und baute seinen Vorsprung bis ins Ziel sogar noch auf 1:33 Minuten heraus. Damit sicherte er sich auch souverän den Gesamtsieg. Entsprechend zufrieden fiel auch seine Bilanz aus: „Man kann wohl sagen, es ist ziemlich perfekt gelaufen“, so Roels. „Wir wollten einen Fahrer in der entscheidenden Gruppe haben, das hat geklappt. Danach konnte ich zu der Gruppe hinspringen und noch lange mit der Gruppe mitfahren. Unsere Taktik ist perfekt aufgegangen.“ Allerdings profitierte Roels dabei in der vorentscheidenden Phase von einer Unaufmerksamkeit des Zeitfahr-Weltmeisters Patrick Gretsch. „Ich hatte Glück, dass Patrick bei meinem Angriff etwas weiter hinten fuhr, so konnte ich ihn gleich im Feld stehenlassen“, sagte Roels nach dem Rennen. Alleine hatte Gretsch danach kaum eine Chance, nochmals nach vorne zu fahren. „Wir haben in der Gruppe mit den Niederländern ziemlich gut zusammengearbeitet“, so Roels. „Aber als Patrick dann doch von hinten kam, habe ich es alleine versucht. Ich wollte es nicht darauf ankommen lassen.“

Damit präsentiert sich der Kölner schon bei der Münsterland-Tour in WM-Form. Auch wenn er für das Zeitfahren noch Potential sieht. „Da ist noch etwas Steigerung möglich. Aber insgesamt bin ich wohl ziemlich gut in Form“, so Roels, der mit seinem Rundfahrtsieg auch seine Ansprüche auf einen Startplatz im Straßenrennen der Weltmeisterschaften eindrucksvoll unterstrich. Bisher ist er nur an der Seite des Titelverteidigers Patrick Gretsch für den Kampf gegen die Uhr gesetzt.

Den Kampf um die Plätze entschieden in Ibbenbüren Andreas Stauff vom Festina-Team Marcel Wüst und der Niederländer Dennis Luyt für sich. Stauff hatte sich zuvor schon das rote Trikot des besten Bergfahrers gesichert. „Die erste Wertung der Tour war dabei die schwerste“, so Stauff im Rückblick auf die vier Etappen. Zum Auftakt gab es in Ahlen die Bergpunkte auf einer Eisenbahnbrücke. „Das war eher ein Sprint als eine Bergwertung.“ In Ibbenbüren konnte sich Stauff dann auf seine Mutter verlassen. „Die stand oben und hat immer mitgezählt und mitgerechnet, so wusste ich rechtzeitig, dass ich das Trikot sicher habe“, so der Kölner Trainingskollege des Deutschen Straßenmeisters Gerald Ciolek.

In Ibbenbüren sicherten sich der Niedersachse Sergej Fuchs nach Platz zwei im Ahlener Auftaktrennen ebenfalls Rang zwei in der Gesamtwertung und feierte damit nach Platz acht bei der Trofeo-Carlsberg und Rang neun bei der Oberösterreich-Rundfahrt den größten Erfolg seiner Karriere. „Damit bin ich voll zufrieden. Ich war in den vergangenen zwei Wochen erkältet. Natürlich hätte es auch besser laufen können, aber angesichts der Erkältung war das gut. Ich muss leider zugeben, dass Dominik im Moment besser ist als ich.“ Dritter der Gesamtwertung wurde der Niederländer Lars Vierbergen. Der Mann im Rabobank-Trikot sicherte sich damit auf der letzten Etappe auch das Trikokt des besten Nachwuchsfahrers der Rundfahrt.

Einen harten Tag erwischte in Ibbenbüren der Sprinter Marcel Kalz aus dem Team der Nationalmannschaft. Im Trikot des Gesamtführenden an den Start gegangen erreichte er schließlich als vorletzter Fahrer das Ziel. Lohn der Plackerei: Das Trikot des besten Sprinters. „Ich hatte ja den ersten Sprint des Tages noch gewonnen und damit das Trikot sicher, also musste ich nur noch durchhalten und ins Ziel kommen“, so der Bahnspezialist. „Meinetwegen hätte das Rennen auch schon eine Runde früher zu Ende sein können.“ Stefan Schwenke mehr …

 

Die Top-Favoriten in Lauerstellung

Spitzengruppe - Foto:Stefan SchwenkeAhlen, 16. Juli 2005 (sts). “Das war mit das beste, was ich jemals erreicht habe”, freute sich Tino Meier und schien seinen Erfolg noch gar nicht recht realisiert zu haben. Nach den knapp 80 Kilometern der ersten Etappe der Sparkassen-Münsterland-Tour in Ahlen hatte sich der 18-Jährige aus dem Team Brandenburg im Sprint einer fünfköpfigen Gruppe den Sieg und das erste Führungstrikot der Rundfahrt gesichert. “Jetzt will ich auch am Ende der Rundfahrt noch vorne mit dabei sein”, so Meier, der mit der Empfehlung der Bronzemedaille der Deutschen Straßenmeisterschaften aus Cottbus angereist war. Dieses Ziel dürften aber auch die Top-Favoriten noch nicht abgehakt haben. Sowohl der Zeitfahr-Weltmeister Patrick Gretsch als auch der Deutsche Straßenmeister Dominik Roels kassierten mit der ersten Gruppe zwar einen kleinen Rückstand, haben aber noch alle Chancen.

“Dieser Rückstand ist noch nicht die Welt, das lässt sich noch aufholen”, kündigte denn auch Roels gleich den Generalangriff an. “Im Zeitfahren wird sich zeigen, wer was draufhat”, so der für die Auswahl Nordrhein-Westfalens fahrende Kölner, der die Strecke für den heutigen Kampf gegen die Uhr in den vergangenen Tagen schon mehrfach abgefahren ist.

Auch Top-Favorit Gretsch wahrte gestern noch alle Chancen, ließ aber mehr Kräfte als geplant. “Die entscheidende Gruppe habe ich einfach verpasst, da musste ich den schwereren Weg gehen”, so der 18-Jährige, nachdem er fast im Alleingang noch zur zweiten Gruppe aufgeschlossen hatte und damit gleichzeitig schon eine Visitenkarte für die kommenden Etappen abgegeben hat.

Entgegen allen Erwartungen hatten am gestrigen Abend von Beginn an immer wieder Angreifer das Rennen dominiert. Im Finale erreichten letztlich fast 20 Fahrer in mehreren Gruppen das Ziel vor dem großen Hauptfeld, das bereits rund eineinhalb Minuten Rückstand kassiert hat. Pech hatte im ersten Drittel des Rennens eine erfolgsversprechende Gruppe um den holländischen Nationalfahrer Boy von Poppel, aus der allerdings drei von vier Fahrern vor der Eisenbahn-Unterführung Im Pattenmeicheln stürzten.

In der entscheidenden Spitzengruppe setzten dann alle auf den stärksten Sprinter der Etappe. So dominierend sich Marcel Kalz zuvor gezeigt hatte, soviel Kräfte hatte er jedoch in der Tempoarbeit gelassen. Im Finale blieb dem Fahrer im Nationaltrikot nur Rang drei hinter Meier und dem Niedersachsen Sergej Fuchs.

Westmattelmann im entscheidenden Moment “platt”: Lokalmatador im Hauptfeld im Ziel

Ahlen, 16. Juli 2005 (sts). Westmattelmann (grünes Trikot, Mitte) kommt mit dem Feld ins Ziel - Foto: Stefan SchwenkeSchnell, spannend und spektakulär: Besser konnte die Sparkassen-Münsterland-Tour kaum beginnen. Im Anschluss an die Tour de France im Fernsehen gab es die Elite des internationalen Junioren-Radsports am gestrigen Abend in Ahlen hautnah. “Einfach stark”, freute sich Cheforganisator Hery Klas schon vor Ende der Etappe über Zuschauer-Resonanz und Rennen gleichermaßen. “Ein perfekter Tag.”

Weniger perfekt verlief der Auftakt der Tour allerdings für den einzigen heimischen Fahrer im Feld. “Heute keine Zeit verlieren”, hatte Daniel Westmattelmann vor dem Start als Devise ausgegeben. Am Ende waren es aber rund eineinhalb Minuten, die der Beckumer auf die Spitze kassierte. “Na ja, geht so”, wollte sich entsprechend zumindest bei ihm daher auch nicht die rechte Begeisterung einstellen. “Es wäre schön gewesen, in der Gruppe dabei gewesen zu sein, aber ich musste zwei Runden von vorne fahren und war im entscheidenden Moment einfach platt”, so Westmattelmann. Aber aufgeben will er seine Chancen dennoch nicht: “Letztlich wird das Klassement erst am Sonntag gemacht.” Vorentscheidungen sollten jedoch schon eher fallen. Ab 10 Uhr starten die Fahrer heute erstmals in Beckum in die Zeitfahrprüfung der Münsterland-Tour. Vom Rathaus geht¹s zum Höxberg und wieder zurück. Ziel ist an der Sparkasse.

Zwischenstand nach der Startetappe

Ahlen, 16. Juli 2005 (sts). Die Ergebnisse der Auftakt-Etappe der Sparkassen-Münsterland-Tour in der Übersicht:

1. Etappe, Ahlen-Ahlen, 79,2 Kilometer: 1. Tino Meier, Brandenburg; 2. Sergej Fuchs, Niedersachsen; 3. Marcel Kalz, Nationalmannschaft Deutschland;

Patrick Gretsch - Foto: Stefan SchwenkeGesamtwertung: 1. Tino Meier, Brandenburg;

Sprintwertung: Marcel Kalz, Nationalmannschaft Deutschland; Bergwertung: Andreas Stauff, Team Festina Marcel Wüst;

Nachwuchswertung: Lars Vierbergen, Niederlande.

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Neuer Termin ab 2006

Ahlen, 14. Juli 2005 (sts). Der internationale Radsportkalender hat auch Auswirkungen auf den heimischen Radsport. Durch die Zurücklegung der Weltmeisterschaften der Junioren in die WM der Profis wandert auch der Termin der Münsterland-Tour wieder in den Spätsommer. “Unsere Junioren-Rundfahrt ist für 2006 für Ende August angemeldet”, bestätigte Dieter Kircheis von den Radsportfreunden Ahlen die Planungen für das kommende Jahr.

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Freitag geht es los

Johannes Hohenhorst - Foto: Stefan SchwenkeAhlen/Beckum, 13. Juli 2005 (sts). Die Organisation der Sparkassen-Münsterland-Tour steht in den Startlöchern. Ab Freitag wird es ernst. Mit den beiden ersten Etappen der international top besetzten Tour erleben Ahlen und Beckum dabei gleich die ersten Höhepunkte der Rundfahrt. Eine Vorentscheidung wird vom Einzelzeitfahren in Beckum erwartet, das T-Mobile-Profi Rolf Aldag bei der Streckenbesichtigung bereits als superschwer bezeichnet hat. “Hier werden sich die Favoriten zeigen müssen”, erwartet auch Johannes Hohenhorst (Foto), Cheforganisator der Beckumer Etappe, der sich zuletzt über immer mehr positive Resonanz aus der ganzen Stadt gefreut hat. “Es gab schon die ersten Anfragen, ob man das Zeitfahren nicht auf Dauer in Beckum austragen könne”, so Hohenhorst. Die Wersestadt scheint schon im Radsport-Fieber, bevor noch der erste Fahrer vom der Zeitfahrrampe gerollt ist.

Mit besonderer Spannung wird dort der Auftritt von zwei Fahrern erwartet. Mit der Startnummer eins wird der Junioren-Weltmeister im Zeitfahren auf den Kurs gehen. Patrick Gretsch holte sich den Titel im Vorjahr in Bardolino am Gardasee auf einem ähnlich schweren Kurs wie in Beckum und dürfte damit zumindest für den Kampf gegen die Uhr der Top-Favorit sein. Mit Top-Motivation und Heimvorteil geht am Samstag auf jeden Fall der Fahrer mit der Startnummer 30 ins Rennen. Daniel Westmattelmann ist für die Auswahl des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen gemeldet und hat natürlich den Vorteil, die Wettkampfstrecke aus zahlreichen Trainingskilometern auswendig zu kennen.

Mehr noch als den Gesamtsieg interessiert einige Fahrer jedoch die gezielte Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften. “Natürlich freuen wir uns, wenn es damit klappt. Aber vorrangiges Ziel bleibt die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft. Dafür wollen wir uns in Schwung bringen”, so der deutsche Bundestrainer Patrick Moster. Mit Top-Plätzen könnten die Nationalfahrer sich bei der Münsterland-Tour jedoch in einer illustre Ehrentafel einschreiben. Vom australischen Weltmeister und Olympiasieger Bradley McGee über den ostwestfälischen Tour-Starter Jörg Ludewig, Gerolsteiner-Profi Fabian Wegmann bis zum Tour-Zweiten Andreas Klöden, die Liste der heute erfolgreichen Radprofis, die in der Nachwuchsklasse bei der Münsterland-Tour Erfolge sammelten, ist lang.

Damit der Weg aus dem Juniorensport zu den Profis zwar durchaus hart, aber gleichzeitig doch optimal verläuft, sind die Radsportler aus Ahlen und Beckum schon seit Wochen im Einsatz. Neben der Vorbereitung der Strecken muss auch das komplette Umfeld passen. “Der internationale Radsportverband setzt hohe Maßstäbe”, musste Dieter Kircheis, Cheforganisator der Ahlener Etappe mehrfach feststellen.

Der Startschuss zur ersten Etappe der Münsterland-Tour fällt am Freitag um 18 Uhr am Städtischen Gymnasium in Ahlen. Dort sind 18 Runden à 4,4 Kilometer zu fahren. Beim Zeitfahren in Beckum geht der erste Aktive um 10 Uhr von der Rampe vor dem Rathaus. Die Junioren starten im Abstand von einer Minute, so dass der letzte Fahrer im Ziel an der Sparkasse gegen 12.10 Uhr erwartet wird. Jeweils im Anschluss an die Etappen finden im Zielbereich auch die Siegerehrungen statt.

Anschließend macht sich der Tross auf den Weg nach Coesfeld, wo noch am Samstag um 17.30 Uhr das dritte Teilstück gestartet wird. Dort sind 19 Runden und insgesamt 97 Kilometer zu fahren. Die Abschluss-Etappe in Ibbenbüren beginnt am Sonntag um 11 Uhr. Das Finale im Teutoburger Wald führt über neun Runden à 14 Kilometer.

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Ahlener in der Rennleitung: Wernke die Stimme der Münsterland-Tour

Ahlen, 13. Juli 2005 (sts). Mit der Münsterland-Tour gibt es für die heimischen Radsportler am Wochenende einen Großeinsatz. Neben den Organisatoren der Auftaktetappe am Freitagabend in Ahlen und des Zeitfahrens am Samstagmorgen in Beckum sind dabei auch drei Radsportler aus Ahlen in die Gesamtorganisation der dreitägigen Tour eingebunden. Während die Zwillinge Verena und Ina Schnafel im Team der Jury an der Seite des französischen Chef-Commissaires Jacques Pailleux aus Authie dabei schon auf die Erfahrungen aus dem Vorjahr bauen können, steht Thomas Wernke am Wochenende seine Feuertaufe noch bevor.

Wernke wird erstmals als Sprecher für “Radio Tour” eingesetzt. Auf der offiziellen Funkfrequenz des Radrennens gibt es während der Etappen mehrsprachig alle wichtigen Informationen für die Organisation und die Mannschaftsleiter. “Der Tour-Kanal ist die Kommunikations-Zentrale während des Rennens”, unterstreicht Stefan Rosiejak, Chef der deutschen Jury des Rennens, die Bedeutung von “Radio Tour”.

Zur Einweisung für seine Aufgabe zu sammeln, reiste Wernke im Mai extra zur Bayern-Rundfahrt. Beim Etappensieg des T-Mobile-Profis Andreas Klöden sowie beim Zeitfahr-Erfolg von Jens Voigt durfte Wernke den dortigen Radio-Tour-Sprecher Patrice Sineux bei der Arbeit beobachten. “Das hat auf jeden Fall sehr geholfen”, so Wernke vor seinem ersten Auftritt am Freitag. Die normalen Etappen wird der Radsportler dabei aus dem ersten Jury-Fahrzeug hinter dem Feld verfolgen, wo die Informationen zum Verlauf des Rennens zusammenlaufen. Beim Zeitfahren in Beckum befindet sich die Kommandozentrale im Ziel. Dort laufen die Zwischen- und Endzeiten zusammen und werden per Funk an die Mannschaften und die Organisation weitergegeben.

Die ehemaligen Rennfahrerinnen Verena und Ina Schnafel sind im Zielwagen insbesondere für die Überwachung des Rundenprotokolls und des Zieleinlaufes zuständig. Zur letzten Einstimmung auf die internationale Junioren-Rundfahrt ist Verena Schnafel derzeit in den französischen Alpen unterwegs, um die Tour de France live zu verfolgen.

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Rolf Aldag über die Etappen der Münsterland-Tour

Ahlen, 13. Juli 2005 (sts). Die Auftaktetappe der Münsterland-Tour findet auf der bekannten Strecke mit Start und Ziel vor dem Städtischen Gymnasium statt. „Kein schwerer Kurs, das verspricht erneut ein schnelles Rennen“, so die Einschätzung des T-Mobile-Profis Rolf Aldag zu der Runde über Westfalendamm, Raabstraße, Freytagstraße, Lessingstraße, Fritz-Reuter-Strasse, Hammer Strasse, Am Röteringshof, Gemmericher Strasse, Im Pattenmeicheln und Fritz-Reuter-Strasse. „Wahrscheinlich wird es viele Attacken geben und wenig Chancen auf einen Erfolg“, so Aldag. „Aber zuletzt sind in Ahlen ja auch Gruppen angekommen.“ Die Knackpunkte der 4,4 Kilometer langen Schleife liegen nach Aldags Ansicht im Bereich der Hammer Straße. „Das ist der einzige Abschnitt, der windanfällig ist. Das ist nicht kritisch, aber da muss man aufpassen.“ Für die Spitzkehre im Anschluss rät er den Junioren, sich möglichst weit nach vorne zu orientieren. „Das ist wie bei den Profis vor einem Berg. Wer da im entscheidenden Moment ganz hinten ist, kann schnell den Anschluss verlieren und alle Chancen einbüßen.“ Der Rest des Kurses sei weitgehend unproblematisch. „Aber durch die vielen Kurven muss man jederzeit aufpassen.“

Rolf Aldag bei der Streckenbegutachtung - Foto: Stefan SchwenkeBeckum, 13. Juli 2005 (sts). Das Urteil von Rolf Aldag bei der Besichtigung der Zeitfahrstrecke für die Münsterland-Tour ist klar und eindeutig: „Eine Schweinestrecke. Ein Zeitfahren vom Charakter wie bei der Tour de France. Kein Meter eben“, stellte der T-Mobile-Profi schon fest, als er erst die Hälfte der Strecke gesehen hatte. Beim Zeitfahren der Junioren geht’s vom Start vor dem Rathaus auf dem Nordwall über Dalmerweg, Paterweg, Lippborger Straße, Dalmer und Unterberg, bevor die Fahrer über den Hinweg wieder nach Beckum hineinfahren. Das Ziel ist dann im Bereich der Sparkasse auf der Hühlstraße. „Von der Rampe runter und gleich mit Schwung bergab, da meint man erstmal, man ist der Held“, warnt Aldag die Junioren gleich für die ersten Meter vor zuviel Euphorie. Denn „danach geht’s gleich das erste Mal hoch.“ Ansonsten gibt es auf dem Hinweg durch Beckum keine großen Schwierigkeiten. „Die beiden Kreisverkehre kann man voll fahren, da kann man sogar unten auf dem Zeitfahrlenker bleiben“, so Aldag beim Test. „Das ist kein Hindernis.“

Das erste Hindernis folgt dann mit dem leichten aber stetigen Anstieg hinauf zum Höxberg. „Der kostet richtig Kraft“, so Aldag. Belohnt werden die Junioren mit der Abfahrt vom Höxberg hinunter. „Das ist der schnellste Abschnitt der Runde. Aber zu kurz, um sich zu erholen“, schätzt Aldag. Unterhalb des Höxberges gibt es zwar zwei Linkskurven, aber die sind für Aldag „kein Problem. Die kann man fast im Höchsttempo fahren“, so der Profi. „Man darf nur nicht bei der Hälfte der Kurve die Nerven verlieren. Aber ich gehe ja ohnehin davon aus, dass sich jeder Fahrer die Runde vor dem Start einmal komplett angesehen hat.“

Hinauf zur Windmühle folgt der härteste Abschnitt des Zeitfahrens. „Man sollte sich seine Kräfte gut einteilen. Hier gibt’s Schmerzen. Der Anstieg zieht sich und wird zum Ende steiler“, gibt Aldag den Nachwuchsrennfahrern als Warnung mit auf den Weg. Der Rückweg bergab nach Beckum ist dann zwar schnell, aber nichts zum Rollen. Aldag: „Dieses Stück muss man voll treten.“ Um dann kräftig die Bremsen zu ziehen. Denn während die Kreisverkehre auf dem Hinweg kein Hindernis sind, erfordern sie auf dem Rückweg volle Konzentration. „Die beiden Kreisverkehre sind technisch eine Schlüsselstelle. Beide fallen nach außen ab und sind in diese Richtung ganz schwer zu fahren“, so Aldag beim Kreiseltest. „Hier muss man bis auf 20 runterbremsen. Und wenn’s nass ist, wird es hier ganz heikel.“

Als Belohnung wartet während der Beschleunigung aus dem zweiten Kreisverkehr gleich wieder ein leichter Anstieg. Das setzt sich mit kleinen Pausen bis zum Rathaus fort. „Jeden Meter, den man runterfährt, muss man hier auch wieder rauf“, so Aldag. Flach wird es erst wieder auf der Zielgeraden. „Wer hier noch Kraft hat, nochmals voll zu beschleunigen, kann im Kampf um den Etappensieg und Gesamtwertung nochmals wichtige Sekunden herausholen. Oder eben nicht“, vermutet Aldag.

 

Ahlen/Beckum, 13. Juli 2005 (sts). Trotz der Anstiege im Zeitfahren: Für die Kletterspezialisten der Münsterland-Tour sind die Etappen in Ahlen und Beckum wohl nur das Warm-Up. Auf den folgenden Etappen warten in Coesfeld und Ibbenbüren insgesamt 1000 und 1900 Höhenmeter auf die Weltelite des Juniorenrennsports Trotzdem rechnet Rolf Aldag damit, dass die Vorentscheidung für die Rundfahrt schon am 16. Juli in Beckum fällt: „Hier wird wahrscheinlich das Klassement gemacht“, sagte der T-Mobile-Profi im Rahmen der Pressekonferenz zur Münsterland-Tour am Donnerstag bei der Sparkasse in Münster. „Die Strecke entspricht einem klassischen Zeitfahren einer Rundfahrt, sie ist superschwer. Die Fahrer werden wahrscheinlich nicht richtig begeistert sein, aber in Beckum wird wirklich nur der beste gewinnen“, so Aldag.

Die Begeisterung erwartet der 36-Jährige dafür um so mehr bei den Zuschauern. „Ein Zeitfahren ist für Zuschauer natürlich ideal. Man kann jeden Fahrer einzeln beobachten, kann die Vorbereitungen im Fahrerlager genau verfolgen. Und man merkt natürlich, wie wichtig die Etappe ist. Jeder wird supernervös sein. Und jeder wird sein bestes Material fahren“, kündigt Aldag an.

Für die Fans aus ganz Deutschland, die nicht an die Strecken kommen können, wird es außerdem einen besonderen Service geben. Aldag, der während der Tour de France als Co-Kommentator für das ZDF im Einsatz ist, hat versprochen, die Ergebnisse im Rahmen der Live-Übertragungen der Frankreichrundfahrt weiterzugeben. Die gleiche Absprache haben die Organisatoren auch mit Karsten Migels von Eurosport getroffen.

Werbung für die Nachwuchs-Rundfahrt machte Aldag schon diese Woche. „Wir alle wollen Fahrer wie Ullrich oder Klöden sehen. Dazu gehört aber auch, dass man den entsprechenden Nachwuchs tatkräftig unterstützt. Radsport erfordert einen riesigen Aufwand. Daher war es für mich klar, dass ich dabei bin, als ich gefragt wurde, die Sparkassen-Münsterland-Tour zu unterstützen.“ Außerdem sieht Aldag die Rundfahrt auch als Werbung in eigener Sache. „Wir sind im Training jeden Tag im Straßenverkehr unterwegs. Da ist so eine Rundfahrt einfach ideal, Interesse und auch Akzeptanz zu schaffen“, so Aldag, der auch für das Konzept der Etappen ein Kompliment aussprach. „Mit der Münsterland-Tour kommt der Radsport zu den Zuschauern. Nicht umgekehrt. Wir starten mitten in den Städten und fahren da, wo die Menschen jeden Tag einkaufen gehen. Besser geht es nicht.“