Sparkassen-Münsterland-Tour 2006

Startetappe in Ahlen: Michael Van Staeyen bester Ausreißer

Spitzengruppe - Foto:Stefan SchwenkeAhlen, 18. August 2006 (sts). Der Belgier Michael van Staeyen vom Team Vlaanderen hat die erste Etappe der Sparkassen-Münsterland-Tour gewonnen und sich damit auch das erste weiße Führungstrikot der international besetzten Juniorenrundfahrt gesichert. Der 18-Jährige setzte sich nach den knapp 80 Kilometern in Ahlen im Spurt einer achtköpfigen Ausreißergruppe durch, die das Rennen komplett bestimmt hatte.

Schon in der dritten von 18 Runden hatte sich im Anschluss an die einzige Bergwertung des Tages diese Gruppe gebildet, die zwischenzeitlich mehr als 40 Sekunden auf das Hauptfeld herausfuhr. In der Nachführarbeit auf sich allein gestellt brachte das belgische Team Waasland die Verfolger vor großer Kulisse zwar nochmals bis auf wenige Sekunden heran, am Ende reichten jedoch die Kräfte nicht, die Ausreißer noch zu stellen.

Pech hatten auch die beiden Athleten der NRW-Auswahl in der Spitzengruppe: Mit Landesmeister Felix Schäfermeier sowie Geburtstagskind Felix Schmitt in der Favoritenrolle ließen sie sich im Zielsprint komplett auskontern. Der normalerweise für den RSV Gütersloh fahrende Schäfermeier wurde Sechster, sein NRW-Teamkollege vom RC Staubwolke Quadrath Siebter. Schmitt konnte an seinem 17 Geburtstag aber trotzdem jubeln. Er sicherte sich zunächst einmal das Trikot des besten Nachwuchsfahrers der Münsterland-Tour.

An der Spitze der Gruppe gingen hinter Michael van Staeyen Platz zwei an Felix Ringer vom Team Rothaus Baden. „Eigentlich wollte ich ja gewinnen“, so der 18-Jährige. Nach erfolgreichen Zwischenwertungen sicherte er sich aber zumindest für die erste Etappe das Trikot des besten Sprinters. Platz drei ging an den Niederländer Coen Vermeltfoort vom Team Krolstone. Den Spurt des Hauptfeldes gewann der Fahrer mit dem bekanntesten Namen im Peloton. Björn Thurau, Sohn des Tour-de-France-Stars Didi Thurau, wurde am Ende der Auftaktetappe der Münsterland-Tour Neunter.

Als zweite Etappe steht der Juniorenrundfahrt steht morgen in Beckum das Zeitfahren auf dem Programm. Start ist ab 10 Uhr vor dem Rathaus. Stefan Schwenke

Damit diese Liste weiter wächst, kann sich die federführende Radsportinitiative Münsterland seit einigen Jahren auf eine enge und perfekte Zusammenarbeit mit den Radsportvereinen der Etappenstädte sowie der gesamten Region und auf sportbegeisterte Partner und Sponsoren verlassen. „Ohne Sponsoren geht nichts, aber ohne Menschen, die begeistert mit anpacken und das ganze in ihrer Freizeit organisieren geht genauso wenig“, macht Rudi Wegmann, Organisationsleiter der Sparkassen-Münsterland-Tour deutlich. www.sparkassen-muensterland-tour.de

Rolf-Aldag-Abschiedsrennen und 10. Lambert-Gombert-Gedächtnisrennen

Aldag siegt bei eigenem Abschiedsrennen

Rolf Aldag gewinntAhlen, 29. April 2006 (sts/mts). Bei Freunden kommt es auf die Trikotfarbe nicht an: „Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich noch mal für einen T-Mobile-Fahrer den Spurt anziehe“, sagte Erik Zabel, nachdem er Rolf Aldag als Anfahrer mustergültig zum Sieg in seinem letzten Rennen geführt hatte. Zabel, seit diesem Jahr beim Team Milram unter Vertrag, hatte wenige Runden vor Schluss den entscheidenden Ausreißversuch gestartet und war mit Aldag am Hinterrad davongefahren. „Das war unsere Taktik, ich hatte heute ganz viele Mannschaftskollegen mit unterschiedlichen Trikots, aber das wussten zum Glück die anderen nicht“, schlug ein geschaffter aber glücklicher Aldag in die gleiche Kerbe.

Der tragische Tod eines Seniorenfahrers war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. „Jens Voigt, Fabian Wegmann und Erik Zabel sind heute für mich gefahren, damit haben wir die anderen überrascht“, so Aldag. Im Bewusstsein dieser Unterstützung konnte der 37-Jährige das Rennen vor großer Kulisse zunächst beruhigt im hinteren Teil des Rennens angehen. Die nach Angaben von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller rund 10.000 Zuschauer wunderten sich rundenlang, dass Aldag das Rennen zunächst mehr quatschend an der Seite langjähriger Freunde und Weggefährten wie Fabian Wegmann verbrachte, als vorne Angriffe abzuwehren. Nachdem ein stark auftrumpfender Milram-Express mit Enrico Poitschke, Ralf Grabsch, Björn Schröder und Martin Müller um ihren Kapitän Erik Zabel das Feld immer wieder kontrolliert hatten, begann das Rennen erst im Finale richtig. Bis dahin hatte vor allem Jens Voigt vom Team CSC mit seinen unnachahmlichen Angriffen und in den Wertungssprints für Tempo im Feld gesorgt.Im Windschatten von Jens Voigt schloss Aldag zu Erik Zabel auf. - Foto: Stefan Stefan Schwenke

Zu den Aktivposten des Rennens gehörte erwartungsgemäß auch Fabian Wegmann. Der Gerolsteiner-Profi aus Münster gab zwar hinterher offen zu, „ich habe mir natürlich gewünscht, dass Rolf Aldag hier gewinnt“, leicht machte er es dem Lokalmatador aber nicht. Wegmann organisierte eine Fluchtgruppe, zu der Aldag an der Seite von Jens Voigt erst nach rundenlanger Verfolgung aufschließen konnte. Als Zabel dann wenige Runden vor Schluss auf der Zielgerade antrat, hatten jedoch bis auf seinen Freund Rolf Aldag alle anderen Profis das Nachsehen. Der Rest war dann nur noch Formsache: Auf der Zielgerade konnte ein allerdings sichtlich gezeichneter Rolf Aldag schon vor der Ziellinie jubeln. Der Marathonlauf vom vergangenen Sonntag steckte noch in den Knochen. Als Dritter zeigte sich Bergfloh Fabian Wegmann mit Sprinterqualitäten. Der Träger des Bergtrikots der Tour de France holte sich im Spurt der Verfolger knapp Platz drei.

[Im Windschatten von Jens Voigt schloss Aldag zu Erik Zabel auf. – Foto: Stefan Stefan Schwenke] Im Rahmen der Ehrungen für Rolf Aldag war am gestrigen Abend viel Symbolik angesagt. Aus den Händen von Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, und seines Vize Udo Sprenger, der auch schon die Pott’s-Leeze-Tour mitgefahren war, gab es den goldenen Nagel des Verbandes. „Eine Ehrung, die wir nur ganz selten vornehmen“, so der ehemalige Bundesverteidungsminister. „Da kannst Du jetzt alles dranhängen, was Du nun nicht mehr brauchst.“ Viel dürfte das kaum sein. Der Radsportler, der den Radsport nicht nur durch seine Leistungen geprägt habe, sondern vor allem auch durch die Art, wie er seine Leistungen vollbracht habe, so Scharping, wird schließlich schon in drei Wochen auf Lanzarote seine Ironman-Premiere geben.

Ebenfalls äußerst symbolisch: Von Heinz Seesing, dem Organisator des Berliner Sechstagerennens, gab’s die Glocke, mit der im Frühjahr Aldags Frau Eva im Berliner Velodrom die letzte Bahnrunde des zehnfachen Sechstagesiegers eingeläutet hat. Unter den Gästen an der Strecke gab es auch neben Scharping und Sprenger noch reichlich Radsport-Prominenz. Der langjährige ZDF- und Eurosport-Kommentator Klaus Angermann sprach wohl stellvertretend für die meisten, als er Aldag mitteilte: „Ein ganz Großer des deutschen Radsports feiert heute seinen Abschied, es ist mir eine Ehre, dass ich hier in Ahlen dabei sein kann.“

Unter dem Jubel der Fans nimmt Aldag Abschied als Rennsportler

Adieu RolfAhlen, 1. Mai 2006 (ako). Der Himmel weinte, als Rolf Aldag sich von der Bühne des Profi-Radrennsportes verabschiedete. Die Gäste jubelten, als der Radrenner, der bei den Ahlener Radsportfreunden seine Karriere begann, als erster ins Ziel fuhr. Und Rolf Aldag – er lachte Samstag ein letztes Mal vom Siegertreppchen aus nicht nur den Zweit- und Drittplatzierten Erik Zabel und Fabian Wegmann, sondern vor allem seinen Fans zu.

Und die fanden sich zahlreich nicht nur auf der VIP-Tribüne ein. Neben den Hauptsponsoren sah auch Ex-Minister Rudolf Scharping, ganz zivil und in seiner Funktion als Vorsitzender des Bundes Deutscher Radfahrer, wie zunächst die Amateure C, dann die Senioren und später die Junioren auf die Strecke gingen. Viel Beachtung fanden auch die Bambinis, die im Einlagerennen von den bereits anwesenden Profis begleitet und angefeuert ihre 2,8 Kilometer zurücklegten.

Mit der Verkürzung des Junioren-Rennens auf 25 Runden waren auch die Organisatoren aus den Reihen der Radsportfreunde und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft dann wieder im Zeitplan. Dem umjubelten Einschreiben der prominenten Fahrer im Start- und Zielbereich auf der Rottmannstraße folgte dann der Start zum Abschiedsrennen. Erik Zabel, angereist aus Mallorca, startete an der Seite von Rolf Aldag, mit dem er oft das Zimmer teilte. Mit dabei auch das ZDF, bei dem Aldag als Co-Kommentator tätig ist, sowie rund 40 Journalisten, die ihre Objektive auf Aldag richteten.

Viel wichtiger waren dem von nun an Ex-Profi aber seine Fans, denen er nicht nur nach der Siegerehrung persönlich dankte. Von einem Autogramm zum anderen fuhr Rolf Aldag an den Fans vorbei, die zu Tausenden die Rennstrecke säumten. Zum Teil mit Schifferklavier und Trommeln hatten sie ihn über seine letzten 45 Runden und 63 Kilometer Ahlener Asphalt angefeuert und harrten auch aus, als während der Siegerehrung einige Tropfen vom Himmel fielen.

Rudolf Scharping und sein Vize Udo Sprenger überreichten Aldag den „goldenen Nagel“, an dem künftig das pinkfarbene T-Mobile- Trikot hängen soll. Mit „Time to say goodbye“ und stehenden Ovationen verabschiedete sich die Fangemeinde von Aldag und er selbst später im Jugendzentrum Ost auch von den Fahrern, die er künftig als Co-Kommentator auf bequemere Art begleiten wird. „Adieu Rolf“ ist eben auch ein Neuanfang. Angelika Korte-Dolenc, Ahlener Tageblatt.

Schumann und Stiefeling die ersten Sieger des Tages

Mit 200 Fahrern war das Feld der C-Amateure besonders stark besetzt. - Foto: Mathias SchwenkeAhlen, 28. April 2006 (sts). Erster Sieger des Aldag-Abschiedes war am heutigen Nachmittag Dirk Schumann vom RSC Schwerte. Der Amateurfahrer setzte sich im Spurt der C-Klasse vor Christian Hirsch vom RSV Gütersloh und Henrik Albinus vom RC Endspurt Herford durch und machte damit seinen Aufstieg in die B-Klasse perfekt. Dominiert wurde das Rennen der Amateure, das teilweise im strömenden Regen und noch vor wenigen Zuschauern den Auftakt des Renntages der Radsportfreunde Ahlen bildete, lange Zeit von den Akteuren in den grün-blauen Trikots des RSV Gütersloh. Im Finale hatte nach 60 Kilometern und 1:22:04 Stunden Schumann aber die besten Beine. Die heimischen Akteure spielten dagegen keine Rolle.

Im Rennen der Senioren, in dem rund 500 Meter vor Schluss ein Fahrer tragisch stürzte, setzte sich Horst Stiefeling vom RC Musketier Wuppertal durch. Andreas Platte von den heimischen Radsportfreunden Ahlen sicherte sich am Ende eines extrem schnellen Rennens hinter Uwe Odenthal aus Neuwied und Bert Fox aus Neheim zeitgleich mit dem Sieger Platz vier.

Tödlicher Unfall im Seniorenrennen

Ahlen, 28. April 2006 (sts). Ein tödlicher Unfall hat am gestrigen Nachmittag das Abschiedsrennen von Rolf Aldag überschattet. Ein 40-Jährige Rennradsportler aus Fuldatal war in der letzten Runde des Rennens der Senioren im Bereich der Verkehrsinsel auf der Feldstraße gestürzt und erlag wenig später in der Barbaraklinik in Heessen seinen schweren Kopfverletzungen.

Ein weiterer ebenfalls 40-jähriger Radsportler, der mit in den Sturz verwickelt war, wurde zur ambulaten Behandlung seiner Schulter und Knieverletzungen in das Ahlener Krankenhaus gebracht.

Die Unfallursache konnte bislang nicht geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft hat weiter Ermittlungen der Polizei veranlasst. Zur Versorgunge des schwer verletzten Fahrers war am gestrigen Nachmittag auch ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Auf Grund der Schwere seiner Kopfverletzungen war der Transport mit dem Hubschrauber allerdings nicht möglich. Der Radsportler wurde daher mit dem Rettungswagen in die Heessener Barbaraklinik gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag.

Der ehemalige T-Mobile-Profi Rolf Aldag zeigte sich tief betroffen von den Folgen des Unfalls. „Meine Anteilnahme gilt der Familie des Verunglückten.“ Ähnlich äußerte sich auch Ahlens Bürgermeister Benedikt Ruhmöller: „Dieser dramatisch Sturz wirft einen schrecklichen Schatten auf eine ansonsten gelunge Veranstaltung“, so Ruhmöller.

Ermittlungen abgeschlossen

Warendorf, 16. Mai 2006. Wie die Staatsanwaltschaft Münster und die Polizei Warendorf mitteilte, sind die Ermittlungen bezüglich des tödlichen Unfalls abgeschlossen. Bisher waren die Ermittler davon ausgegangen, dass der 40-jährige Mann möglicherweise mit einem anderen Fahrer zusammenstieß und zu Fall kam.

Nachdem sich zwischenzeitlich weitere Zeugen gemeldet haben und deren Vernehmungen vorliegen, stehe aber fest, dass weder ein Gerangel noch eine Berührung zwischen Fahrern für den Sturz ursächlich war. Der 40-Jährige sei vielmehr zu dicht an eine Verkehrsinsel gekommen, an der er vorbeifahren wollte, und setzte mit der Pedale seines Rennrades auf dem Bordstein auf, so die Kreispolizeibehörde Warendorf. Hierdurch habe er das Gleichgewicht verloren und stürzte. Sein Rennrad schleuderte über die Fahrbahn in eine Gruppe weiterer Fahrer, von denen daraufhin ebenfalls mehrere zu Fall kamen.

Anteilnahme: Radsportfreunde fahren mit Trauerbinde

Ahlen, 6. Mai 2006 (sts). Der Schock sitzt tief. Auch eine Woche nach dem tödlichen Unfall im Rahmen des Seniorenrennens in Ahlen fehlen Dieter Kircheis die Worte. „Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen“, so der Cheforganisator und Vorsitzende der Radsportfreunde Ahlen. „Unsere Aktiven werden zum Zeichen der Anteilnahme am kommenden Wochenende bei den Radrennen und Radtourenfahrten mit Trauerbinde fahren“, versprach Kircheis.

Ein Seniorenfahrer war am Samstag im Rahmen des Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens aus bisher noch nicht geklärten Gründen 300 Meter vor dem Ziel des Rundstreckenrennens mit zwei anderen Radsportlern gestürzt und wenig später seinen inneren Verletzungen erlegen.

Juniorenrennen: Starker Auftritt des Potts-Leeze-Teams

Leon Schachtner vom König-Pilsner-Team setzt sich gegen Marcel Arnold aus Erfurt durch, Alexander Nordhoff sprintet auf einen starken dritten Rang. - Foto: Stefan SchwenkeAhlen, 29. April 2006 (mts). Mit einem eindrucksvollen Auftritt präsentierte sich das Pott’s-Leeze-Team der Radsportfreunde Ahlen und des Radfahrvereins Beckum am heutigen Nachmittag bei ihrer Premiere vor heimischem Publikum. Die junge Mannschaft, die wenige Stunden zuvor noch auf in der Ahlener Innenstadt offiziell vorgestellt wurde, gehörten zu den Aktivposten des Junioren-Rennens im Rahmen des traditionellen Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens. „Das hat mir sehr gute gefallen“, freute sich Kirsten Bessmann-Wernke, sportliche Leiterin der Mannschaft, über die attraktive Fahrweise ihrer Jungs.

Aktivposten im Feld, am Ende Dritter: Alexander Nordhoff vom neuen Potts-Leeze-Team. - Foto: Stefan Schwenke

Nach dem schweren Unfall im Rennen der Seniorenklasse war das Rennen von 40 auf 25 Runden verkürzt worden. Vor allem Jonas Hoppe aus Neheim, der Ahlener Michael Brehe und der Beckumer Alexander Nordhoff nutzten die 35 Kilometer für mehrfache Attacken und zeigten sich bei den alle drei Runden ausgeschriebenen Zwischenwertungen vorn. Im Massenspurt setzte sich jedoch Leon Schachtner vom König-Pilsner-Team vor Marcel Arnold aus Erfurt durch. Alexander Nordhoff sprintete auf einen starken dritten Rang, Michael Brehe aus Dolberg wurde 15.