Sparkassen-Münsterland-Tour 2007

Internationale Radrundfahrt für Junioren – Sparkassen-Münsterland-Tour 2007

Weltklasse zu Gast in Ahlen

Weltklasse zu Gast in Ahlen - Foto: Alexander BertramAhlen, 21. August 2007 (axb). Die Radsport-Weltelite zu Gast in Ahlen: Bereits zum fünften Mal wird sich am Freitag die internationale Radsportelite der Juniorenfahrer in Ahlen versammeln, wenn um 18 Uhr auf dem Westfalendamm der Startschuss zur internationalen Sparkassen-Münsterland-Tour fällt. Die Vier-Etappenfahrt mit Rennen in Ahlen, Beckum, Coesfeld und Ibbenbüren hat sich dank immensem organisatorischem Aufwand und Unterstützung durch zahlreiche Helfer aus Vereinen, Freiwilligen sowie dem Stadtmarketing der einzelnen Etappenorte, zu einer Rundfahrt für Junioren auf höchstem Niveau entwickelt. „Die Münsterland-Tour ist ein führendes Radsportereignis im Münsterland und eine organisatorische Leistung auf international höchstem Niveau“, berichtet Dr. Peter Lucke, Chef der Ahlener Sparkasse, welche die internationale Rundfahrt schon seit mehreren Jahren umfassend unterstützt. Zwei Wochen nach den Juniorenweltmeisterschaften im mexikanischen Aguascalientes wird es dabei für zahlreiche WM-Starter ein erstes Wiedersehen mit der internationalen Konkurrenz geben. Denn am Start der 310 Kilometer langen Rundfahrt stehen neben dem neuen Vizeweltmeister im Zeitfahren, John Degenkolb, der für den Thüringischen Landesverband fährt, gleich fünf Nationalteams. Mit dabei die Landesauswahlen Deutschland, Belgien, Luxemburg, Polen und Serbien, sowie sieben weitere internationale Radsportmannschaften, unter anderem aus den Niederlanden und Dänemark. Ergänzt wird die dreitägige Rundfahrt des Weltradsportverbandes (UCI), die in diesem Sommer zugleich die Finalveranstaltung der „Internationalen Deutschen Meisterschaft“ bildet, durch zwei regionale Mannschaften aus NRW. Sowohl das Bochumer Team Sparkasse, als auch die Renngemeinschaft des Pott´s-Leeze-Junior-Teams aus Ahlen und Beckum werden dabei versuchen, sich vor heimischer Kulisse dem Publikum zu präsentieren. Dass die Mannschaften von Willi Bok (Sparkasse) und Kirsten Beßmann-Werke (Pott´s-Leeze) nicht um den Sieg der Rundfahrt werden mitfahren können, ist ihnen klar. „Wir möchten dennoch die ein oder anderen Akzente setzen und uns vor allem dem heimischen Publikum in Ahlen und Beckum zeigen“, zeigt sich Beßmann-Wernke vom Können ihrer Mannschaft überzeugt.

Im Rahmen der aktuellen Dopingdiskussion bekennen sich die Radsportinitiative Münsterland (RIM), welche neben der Juniorenrundfahrt auch den Münsterland-Giro am 3. Oktober ausrichten, sowie die lokalen Sparkassen, ganz klar zum Juniorenradsport. „Es ist ganz wichtig den jungen Nachwuchssportlern, die auch das neue Denken des Radsports prägen werden, eine ehrliche Chance zu geben. Daher werden wir auch in Zukunft den Radsport unterstützen“, so Lucke. Um die Glaubwürdigkeit und Transparenz des Sport wiederherzustellen, sind allerdings auch die jungen Fahrer gefordert, ihren entsprechenden Beitrag zu leisten. Wie in den Jahren zuvor, wird es daher während der Rundfahrt auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Dopingkontrollen geben, wie sie im Radsport unter den Bedingungen der UCI üblich sind. „Zusätzlich werden wir im Rahmen der Münsterland-Tour, als erstes deutsche Juniorenrennen das neue Chaperon-System der Welt-Anti-Doping-Agentur in Kooperation mit dem Weltradsportverband einführen. Dieses sieht vor, dass die zur Doping-Kontrolle ausgewählten Fahrer unmittelbar nach Rennende von einem offiziellen Begleiter der Rundfahrt zur Doping-Kontrolle geführt werden, um Zuschauern wie Athleten maximale Transparenz zu garantieren“, so Stefan Schwenke, Pressesprecher der Radsportinitiative Münsterland. Er appellierte im Zusammenhang mit der Doping-Problematik des Profisports zugleich an Medien und Zuschauer auch die Leistung derer zu honorieren, die nicht als erste über den Zielstrich sprinten und im Renngeschehen dennoch Höchstleistungen erbringen.

Auf Einschränkungen im Straßenverkehr müssen sich die Anwohner des Westfalendammes ab 15:30 Uhr einstellen. Die weiteren Straßen des 4,4 Kilometer langen Rundkurses, der insgesamt 19 Mal absolviert werden wird, werden ab 16 Uhr gesperrt. Die Hammer-Straße wird in einem Teilstück halbseitig gesperrt werden. Auch Ahlens „erster Bürger“ Benedikt Ruhmöller freut sich bereits auf das Spektakel in der Wersestadt: „Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger schon jetzt ganz herzlich zu diesem außergewöhnlichen Sportereignis ein und möchte zudem um Ihr Verständnis bitten, wenn es während des Rennens zu kleinen Behinderungen aufgrund der Straßensperrungen kommen sollte.“ Abgerundet wird das Rennen, mit Start am Westfalendamm, Höhe städtisches Gymnasium, mit einem umfangreichen Rahmenprogramm, welches ein StadtBus-Wettziehen, ein Model-Casting bei Tralla-City sowie ein Musik- und Tanzprogramm mit der Ahlener Band Cartoon miteinbeziehen wird. www.sparkassen-muensterland-tour.de

11. Lambert-Gombert-Gedächtnisrennen

11. Lambert-Gombert-Gedächtnisrennen steht im Zeichen des Nachwuchses

Frauenrennen-2007 - Foto: Alexander BertramAhlen, 23. Juni 2007 (axb). Ganz im Zeichen des Radsportnachwuchses stand am Samstag die elfte Austragung des Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens der Radsportfreunde Ahlen. Auf ihrem traditionellen Rundkurs um die Josefskirche trug der Ahlener Radsportverein neben einem Frauen- und Seniorenrennen gleich fünf Rennklassen aus, die der Jugend gewidmet waren. Und der Einladung wurde gefolgt. Mehr als 300 Starter machten sich auf den Weg in die Wersestadt und kämpften um Prämien und Platzierungen. Bereits um 12:30 Uhr gingen die Schüler U15 auf die Rennstrecke und zeigten dem Ahlener Publikum, dass bereits bei den 13- und 14-Jährigen keine Siege verschenkt werden. In einem schnellen Rennen mit vielen Tempowechseln und Angriffen aus dem Hauptfeld heraus mussten bereits nach wenigen Runden auf dem 1,4 Kiometer langen Kurs viele Fahrer dem hohen Tempo Tribut zollen und das Rennen aufgeben.

Unter den Übriggebliebenen hingegen befand sich bis zum Schluss der Beckumer Benedikt Stoffers. Das 13-jährige Nachwuchstalent des RFV All-Heil Beckum zeigte sich schon bei den Prämiensprints vorne und erreichte im finalen Sprint den vierten Platz. Für Stoffers, der in diesem Jahr seine erste Rennsaison überhaupt bestreitet, war Platz vier in Ahlen bereits die fünfte Top-Ten-Platzierung im neunten Rennen. Der Sieg allerdings ging nach Wuppertal. Simona Janke zeigte ihrer männliche Konkurrenz im Sprint die Grenzen auf und überquerte den Zielstrich mit einer halben Radlänge Vorsprung vor den Schülerfahrern Phil Bauhaus und Maik Hörning vom RC Bocholt.

„Erst habe ich mich im Hauptfeld geschont, doch am Ende war es ganz schön, den Jungs mal das Hinterrad zeigen zu können“, kommentierte die junge Wuppertalerin ihren Sieg – und gab damit gleich über zum Start des Rennens der Frauen und Juniorinnen: Diese ließen es zu Rennbeginn etwas ruhiger angehen und gewährten Sandra Gockert vom Team Bertram∓mp;mp;Römer, die aus dem Feld herausgefahren war, lange Zeit einen überschaubaren Vorsprung von etwa 15 Sekunden. Erst als sich das 42 Kilometer lange Rennen dem Ende näherte, wurde das Fahrerfeld aktiver und schloss zu Gockert auf. Nachdem im Anschluss mehrere Angriffe einzelner Fahrerinnen erfolglos blieben, zersplitterte Doreen Rutsch mit ihrer Attacke auf der letzten Runde das Hauptfeld. Nur die amtierende deutsche Bergmeisterin Martina Zwick vom RSC Wörth konnte der jungen Frau aus Bielefeld-Brackwede folgen und sie im Sprint bezwingen. Rang drei sicherte sich Gina Haatz vom RRC Günther-Longerich aus Köln.

Im Rennen der Senioren schickten die Radsportfreunde Ahlen mit Andreas Platte und Franz Brehe zwei heimische Fahrer mit ins Renngeschehen. Diese bestimmten das Rennen in den ersten 20 Kilometern mit, bis sich kurz darauf eine sechsköpfige Fluchtgruppe bildete, in der weder Brehe noch Platte mit hineinspringen konnten. Da die Nachführarbeit im Hauptfeld eher schleppend verlief und auch die offensive Fahrweise Andreas Plattes das Feld nicht dazu bewegen konnte, den Abstand der Ausreißer zu minimieren, war das Rennen schon einige Runden vor Schluss entschieden. Mit Platz acht im Sprint des Hauptfeldes erreichte der Beckumer Platte, der in dieser Saison schon mehrfach unter die ersten Zehn gefahren war, am Ende Rang 14. Franz Brehe kam ebenfalls mit dem Hauptfeld ins Ziel. Der Sieger Viktor Slavik aus Kassel zeigte sich sichtlich gerührt und widmete den Sieg seinem verstorbenen Freund, der letztes Jahr auf gleicher Strecke im Senioren-Rennen tragisch verunglückt war.Potts-Leeze-Team - Foto: Alexander BertramDas am hochkarätigsten besetzte Fahrerfeld des Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens startete in diesem Jahr in der Juniorenklasse. Hier war man im Ahlener Verein und Publikum besonders gespannt auf das Auftreten des Potts-Leeze-Junior-Teams. Die Renngemeinschaft aus Ahlen und Beckum, die in dieser Saison zu den erfolgreichsten Juniorenmannschaften im Lande gehört, konnte sich allerdings nur in geschwächter Besetzung dem heimischen Publikum präsentieren. Mit Alexander Nordhoff, der auf einer Trainingsfahrt mit seinem Freund Michael Brehe kurz zuvor schwer gestürtzt war und sich das Schlüsselbein brach, fehlte der in diesem Jahr bisher erfolgreichste Fahrer der jungen Mannschaft unter Leitung von Kirsten Beßmann-Wernke. „Das ist ganz bitter für Alexander. Er hatte sich sehr auf das Rennen in Ahlen gefreut“, bedauerte Beßmann-Wernke den Ausfall des 17-Jährigen. Nordhoff, der in diesem Jahr bereits NRW-Landesmeister und Norddeutscher-Meister wurde und einen starken zehnten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg errungen hatte, galt als Mitfavorit des Juniorenrennens.

Zudem musste die sportliche Leiterin auf Tim Gebauer und Frederik Volmerg verzichten, die zurzeit ebenfalls eine starke Form aufweisen. Doch auch ohne die Fehlenden lieferte das Potts-Leeze-Team einen starken Auftritt. Michael Brehe, Jonas Hoppe, Tom Kwiatowski, Arne Grothaus und Sebastian Axt waren im gesamten Rennen über die 60 Kilometer gefordert, die starke Konkurrenz nicht aus den Augen zu lassen. Insbesondere das Team Sparkasse und die belgische Spitzenmannschaft Sport en Steun Leopoldsburg machte es den Ahlenern schwer und setzte Angriff um Angriff.
Unter den Augen des Sponsors Rainer Pott und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller fuhr der Dolberger Michael Brehe ein sehr beherztes offensives Rennen und war der wohl „aktivste und kämpferischste Fahrer des Rennens“, wie es Rennsprecher Henning Tonn kurz nach Rennschluss kommentierte.

Der Sieger des Juniorenrennens kam allerdings aus dem Bochumer Team Sparkasse. Patrick Bercz konnte dabei auf eine überzeugende Mannschaftsarbeit seines Teams bauen und kurz vor Ende als Solist aus einer siebenköpfigen Spitzengruppe herausfahren. In der Spitzengruppe, die sich schon nach wenigen Runden mit Brehe gebildet hatte und in welcher gleich drei Fahrer des Teams Sparkasse vertreten waren, fiel es dem Dolberger schwer das Rennen zu bestimmen. Seine offensive Fahrweise in einem sehr schnellen Rennen mit knappen 45 Kilometern Durchschnittsgeschwindigkeit wurde allerdings mit viel Applaus des heimischen Publikums und Platz vier im Endresultat belohnt. Jonas Hoppe platzierte sich mit einem mutigen Angriff aus dem Feld heraus auf Rang acht.

Fettereifenstart-2007 - Foto: Alexander BertramEbenfalls im Rahmen des Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens fand zum ersten Mal das „Fette-Reifen-Rennen“ statt – eine Initiative zur Förderung des Nachwuchses vom RadClub Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Radfahrer und der Deutschen Sporthochschule Köln. Gestartet wurde hier in zwei Altersklassen zwischen acht und 13 Jahren. Die Kinder kämpften vor dem heimischen Publikum auf einer Strecke von 2,8 und 4,2 Kilometern um wertvolle Sachpreise gespendet von den Förderkreismitgliedern des RadClub Deutschland. Vorraussetzung für eine Teilnahme waren Fahrräder mit über 30 Millimetern „fetten“ Reifen. Gewonnen hat in der Altersklasse von acht bis zehn Jahren Mike Bebnista aus Recklinghausen vor Mirlind Berjani und Rene Grabowski aus Ahlen. In der älteren Gruppe fuhr Ariane Siebler aus Wuppertal vor den Ahlenern Stefan Ottensmann und Felix Flathen über die Ziellinie. Mal sehen ob diese Mädels und Jungs einmal ähnlich erfolgreich werden wie eine Hanka Kupfernagel oder ein Jens Voigt.