Radsportfreunde Ahlen

Kircheis in der Tour-Organisation

Ahlen, 11. März 2005 (sts). Die Ahlener Kontakte zur Münsterland-Tour werden weiter verstärkt. Dieter Kircheis (rechts), Vorsitzender der Radsportfreunde Ahlen, ist ab sofort auch zweiter Vorsitzender der Radsportinitiative Münsterland (RIM), die Organisator der Junioren-Rundfahrt ist. Damit lenkt der 49-jährige Ahlener künftig außer den Radsportfreunden auch die hochkarätigste Radsport-Veranstaltung der Region mit.Dieter Kircheis (rechts) - Foto: Stefan Schwenke

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Münsterlandtour bald auch in Beckum

Getränkeaustausch während der Münsterlandtour 2003 - Foto: Stefan SchwenkeBeckum, 10. Februar 2005 (sts). Die weltbesten Radsportler der Juniorenklasse sollen in diesem Jahr nach Beckum kommen. Nach zwei Jahren Anlauf stehen die Chancen für eine Etappe der Münsterland-Tour in Beckum in diesem Jahr gut. „Es gibt grünes Licht“, bestätigte Johannes Hohenhorst, Chef des Beckumer Radfahrvereins „All-Heil“.Letzte Verhandlungen sollen direkt im Anschluss an die Karnevalstage geführt werden. „Wir wollen in Beckum eine Top-Veranstaltung und nichts hemdsärmeliges“, macht Hohenhorst. „Dafür sollen über Stadtmarketing und Stadtverwaltung alle mit ins Boot“, so der Radsportler. Die Sparkasse Beckum-Wadersloh hat ihre Zusage bereits gegeben. „Wenn die Organisation steht, machen wir mit“, sagte Jürgen Schnittker aus der Abteilung Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des Bankhauses. „Wir schätzen die professionelle Arbeit der Beckumer Radfahrer, daher haben wir großes Interesse an der Etappe“, so Schnittker.

Die fehlende professionelle Organisation vor allem der Zeitfahretappe, die bisher in Borken stattfand, war zuletzt das Manko der Münsterland-Tour. Damit würde außer den Beckumern, die mit dem Kampf gegen die Uhr die vorentscheidende Etappe der Juniorenrundfahrt bekommen sollen, auch die gesamte Rundfahrt profitieren. „Wenn wir das machen, dann richtig“, kündigte Johannes Hohenhorst bereits an, dass man sich nicht auf halbe Sachen einlassen werde. Um die Arbeit auf mehreren Schultern zu verteilen, soll auch die Zusammenarbeit mit den Radsportfreunden Ahlen verstärkt werden. Bereits jetzt zieht man bei den Organisationsarbeiten im Rahmen der Münsterland-Tour an einem gemeinsamen Strang.

In Ahlen findet außerdem erneut die Auftakt-Etappe der Münsterland-Tour statt. Von dort würde der Tross damit am Samstagmorgen nur nach Beckum weiterziehen. Nach der Verlegung der Junioren-Weltmeisterschaften in den Sommer hat auch die Münsterland-Tour in diesem Jahr einen neuen Termin. Im Kalender des internationalen Radsportverbandes UCI ist die Rundfahrt für das Wochenende vom 15. bis 17. Juli vorgemerkt. „So viel Zeit bleibt also nicht mehr“, macht Hohenhorst klar. „Ich möchte in den kommenden Tagen Nägel mit Köpfen machen.“

Ganz oben auf der Tagesordnung stehen daher jetzt Verhandlungen über die Finanzen. Alle Partner haben jedoch Gesprächsbereitschaft signalisiert. Bisher war die Sparkasse Münsterland-Ost Hauptsponsor der Münsterland-Tour. Von Seiten des Bankhauses scheint es jedoch keinen Widerspruch gegen das Engagement der Kollegen aus Beckum zu geben. Daher wird mit einer endgültigen Entscheidung und dem Start für die Detailplanung bereits in den kommenden Tagen gerechnet. „Wir stehen bereit“, freut sich Johannes Hohenhorst auf ein Ende fast zweijähriger Bemühungen um eine Tour-Etappe. Dafür gibt es mit dem Zeitfahren nun wohl gleich den Höhepunkt.

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11. Lambert-Gombert-Gedächtnisrennen

11. Lambert-Gombert-Gedächtnisrennen steht im Zeichen des Nachwuchses

Frauenrennen-2007 - Foto: Alexander BertramAhlen, 23. Juni 2007 (axb). Ganz im Zeichen des Radsportnachwuchses stand am Samstag die elfte Austragung des Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens der Radsportfreunde Ahlen. Auf ihrem traditionellen Rundkurs um die Josefskirche trug der Ahlener Radsportverein neben einem Frauen- und Seniorenrennen gleich fünf Rennklassen aus, die der Jugend gewidmet waren. Und der Einladung wurde gefolgt. Mehr als 300 Starter machten sich auf den Weg in die Wersestadt und kämpften um Prämien und Platzierungen. Bereits um 12:30 Uhr gingen die Schüler U15 auf die Rennstrecke und zeigten dem Ahlener Publikum, dass bereits bei den 13- und 14-Jährigen keine Siege verschenkt werden. In einem schnellen Rennen mit vielen Tempowechseln und Angriffen aus dem Hauptfeld heraus mussten bereits nach wenigen Runden auf dem 1,4 Kiometer langen Kurs viele Fahrer dem hohen Tempo Tribut zollen und das Rennen aufgeben.

Unter den Übriggebliebenen hingegen befand sich bis zum Schluss der Beckumer Benedikt Stoffers. Das 13-jährige Nachwuchstalent des RFV All-Heil Beckum zeigte sich schon bei den Prämiensprints vorne und erreichte im finalen Sprint den vierten Platz. Für Stoffers, der in diesem Jahr seine erste Rennsaison überhaupt bestreitet, war Platz vier in Ahlen bereits die fünfte Top-Ten-Platzierung im neunten Rennen. Der Sieg allerdings ging nach Wuppertal. Simona Janke zeigte ihrer männliche Konkurrenz im Sprint die Grenzen auf und überquerte den Zielstrich mit einer halben Radlänge Vorsprung vor den Schülerfahrern Phil Bauhaus und Maik Hörning vom RC Bocholt.

„Erst habe ich mich im Hauptfeld geschont, doch am Ende war es ganz schön, den Jungs mal das Hinterrad zeigen zu können“, kommentierte die junge Wuppertalerin ihren Sieg – und gab damit gleich über zum Start des Rennens der Frauen und Juniorinnen: Diese ließen es zu Rennbeginn etwas ruhiger angehen und gewährten Sandra Gockert vom Team Bertram∓mp;mp;Römer, die aus dem Feld herausgefahren war, lange Zeit einen überschaubaren Vorsprung von etwa 15 Sekunden. Erst als sich das 42 Kilometer lange Rennen dem Ende näherte, wurde das Fahrerfeld aktiver und schloss zu Gockert auf. Nachdem im Anschluss mehrere Angriffe einzelner Fahrerinnen erfolglos blieben, zersplitterte Doreen Rutsch mit ihrer Attacke auf der letzten Runde das Hauptfeld. Nur die amtierende deutsche Bergmeisterin Martina Zwick vom RSC Wörth konnte der jungen Frau aus Bielefeld-Brackwede folgen und sie im Sprint bezwingen. Rang drei sicherte sich Gina Haatz vom RRC Günther-Longerich aus Köln.

Im Rennen der Senioren schickten die Radsportfreunde Ahlen mit Andreas Platte und Franz Brehe zwei heimische Fahrer mit ins Renngeschehen. Diese bestimmten das Rennen in den ersten 20 Kilometern mit, bis sich kurz darauf eine sechsköpfige Fluchtgruppe bildete, in der weder Brehe noch Platte mit hineinspringen konnten. Da die Nachführarbeit im Hauptfeld eher schleppend verlief und auch die offensive Fahrweise Andreas Plattes das Feld nicht dazu bewegen konnte, den Abstand der Ausreißer zu minimieren, war das Rennen schon einige Runden vor Schluss entschieden. Mit Platz acht im Sprint des Hauptfeldes erreichte der Beckumer Platte, der in dieser Saison schon mehrfach unter die ersten Zehn gefahren war, am Ende Rang 14. Franz Brehe kam ebenfalls mit dem Hauptfeld ins Ziel. Der Sieger Viktor Slavik aus Kassel zeigte sich sichtlich gerührt und widmete den Sieg seinem verstorbenen Freund, der letztes Jahr auf gleicher Strecke im Senioren-Rennen tragisch verunglückt war.Potts-Leeze-Team - Foto: Alexander BertramDas am hochkarätigsten besetzte Fahrerfeld des Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens startete in diesem Jahr in der Juniorenklasse. Hier war man im Ahlener Verein und Publikum besonders gespannt auf das Auftreten des Potts-Leeze-Junior-Teams. Die Renngemeinschaft aus Ahlen und Beckum, die in dieser Saison zu den erfolgreichsten Juniorenmannschaften im Lande gehört, konnte sich allerdings nur in geschwächter Besetzung dem heimischen Publikum präsentieren. Mit Alexander Nordhoff, der auf einer Trainingsfahrt mit seinem Freund Michael Brehe kurz zuvor schwer gestürtzt war und sich das Schlüsselbein brach, fehlte der in diesem Jahr bisher erfolgreichste Fahrer der jungen Mannschaft unter Leitung von Kirsten Beßmann-Wernke. „Das ist ganz bitter für Alexander. Er hatte sich sehr auf das Rennen in Ahlen gefreut“, bedauerte Beßmann-Wernke den Ausfall des 17-Jährigen. Nordhoff, der in diesem Jahr bereits NRW-Landesmeister und Norddeutscher-Meister wurde und einen starken zehnten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg errungen hatte, galt als Mitfavorit des Juniorenrennens.

Zudem musste die sportliche Leiterin auf Tim Gebauer und Frederik Volmerg verzichten, die zurzeit ebenfalls eine starke Form aufweisen. Doch auch ohne die Fehlenden lieferte das Potts-Leeze-Team einen starken Auftritt. Michael Brehe, Jonas Hoppe, Tom Kwiatowski, Arne Grothaus und Sebastian Axt waren im gesamten Rennen über die 60 Kilometer gefordert, die starke Konkurrenz nicht aus den Augen zu lassen. Insbesondere das Team Sparkasse und die belgische Spitzenmannschaft Sport en Steun Leopoldsburg machte es den Ahlenern schwer und setzte Angriff um Angriff.
Unter den Augen des Sponsors Rainer Pott und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller fuhr der Dolberger Michael Brehe ein sehr beherztes offensives Rennen und war der wohl „aktivste und kämpferischste Fahrer des Rennens“, wie es Rennsprecher Henning Tonn kurz nach Rennschluss kommentierte.

Der Sieger des Juniorenrennens kam allerdings aus dem Bochumer Team Sparkasse. Patrick Bercz konnte dabei auf eine überzeugende Mannschaftsarbeit seines Teams bauen und kurz vor Ende als Solist aus einer siebenköpfigen Spitzengruppe herausfahren. In der Spitzengruppe, die sich schon nach wenigen Runden mit Brehe gebildet hatte und in welcher gleich drei Fahrer des Teams Sparkasse vertreten waren, fiel es dem Dolberger schwer das Rennen zu bestimmen. Seine offensive Fahrweise in einem sehr schnellen Rennen mit knappen 45 Kilometern Durchschnittsgeschwindigkeit wurde allerdings mit viel Applaus des heimischen Publikums und Platz vier im Endresultat belohnt. Jonas Hoppe platzierte sich mit einem mutigen Angriff aus dem Feld heraus auf Rang acht.

Fettereifenstart-2007 - Foto: Alexander BertramEbenfalls im Rahmen des Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens fand zum ersten Mal das „Fette-Reifen-Rennen“ statt – eine Initiative zur Förderung des Nachwuchses vom RadClub Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Radfahrer und der Deutschen Sporthochschule Köln. Gestartet wurde hier in zwei Altersklassen zwischen acht und 13 Jahren. Die Kinder kämpften vor dem heimischen Publikum auf einer Strecke von 2,8 und 4,2 Kilometern um wertvolle Sachpreise gespendet von den Förderkreismitgliedern des RadClub Deutschland. Vorraussetzung für eine Teilnahme waren Fahrräder mit über 30 Millimetern „fetten“ Reifen. Gewonnen hat in der Altersklasse von acht bis zehn Jahren Mike Bebnista aus Recklinghausen vor Mirlind Berjani und Rene Grabowski aus Ahlen. In der älteren Gruppe fuhr Ariane Siebler aus Wuppertal vor den Ahlenern Stefan Ottensmann und Felix Flathen über die Ziellinie. Mal sehen ob diese Mädels und Jungs einmal ähnlich erfolgreich werden wie eine Hanka Kupfernagel oder ein Jens Voigt.

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Rolf-Aldag-Abschiedsrennen und 10. Lambert-Gombert-Gedächtnisrennen

Aldag siegt bei eigenem Abschiedsrennen

Rolf Aldag gewinntAhlen, 29. April 2006 (sts/mts). Bei Freunden kommt es auf die Trikotfarbe nicht an: „Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich noch mal für einen T-Mobile-Fahrer den Spurt anziehe“, sagte Erik Zabel, nachdem er Rolf Aldag als Anfahrer mustergültig zum Sieg in seinem letzten Rennen geführt hatte. Zabel, seit diesem Jahr beim Team Milram unter Vertrag, hatte wenige Runden vor Schluss den entscheidenden Ausreißversuch gestartet und war mit Aldag am Hinterrad davongefahren. „Das war unsere Taktik, ich hatte heute ganz viele Mannschaftskollegen mit unterschiedlichen Trikots, aber das wussten zum Glück die anderen nicht“, schlug ein geschaffter aber glücklicher Aldag in die gleiche Kerbe.

Der tragische Tod eines Seniorenfahrers war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. „Jens Voigt, Fabian Wegmann und Erik Zabel sind heute für mich gefahren, damit haben wir die anderen überrascht“, so Aldag. Im Bewusstsein dieser Unterstützung konnte der 37-Jährige das Rennen vor großer Kulisse zunächst beruhigt im hinteren Teil des Rennens angehen. Die nach Angaben von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller rund 10.000 Zuschauer wunderten sich rundenlang, dass Aldag das Rennen zunächst mehr quatschend an der Seite langjähriger Freunde und Weggefährten wie Fabian Wegmann verbrachte, als vorne Angriffe abzuwehren. Nachdem ein stark auftrumpfender Milram-Express mit Enrico Poitschke, Ralf Grabsch, Björn Schröder und Martin Müller um ihren Kapitän Erik Zabel das Feld immer wieder kontrolliert hatten, begann das Rennen erst im Finale richtig. Bis dahin hatte vor allem Jens Voigt vom Team CSC mit seinen unnachahmlichen Angriffen und in den Wertungssprints für Tempo im Feld gesorgt.Im Windschatten von Jens Voigt schloss Aldag zu Erik Zabel auf. - Foto: Stefan Stefan Schwenke

Zu den Aktivposten des Rennens gehörte erwartungsgemäß auch Fabian Wegmann. Der Gerolsteiner-Profi aus Münster gab zwar hinterher offen zu, „ich habe mir natürlich gewünscht, dass Rolf Aldag hier gewinnt“, leicht machte er es dem Lokalmatador aber nicht. Wegmann organisierte eine Fluchtgruppe, zu der Aldag an der Seite von Jens Voigt erst nach rundenlanger Verfolgung aufschließen konnte. Als Zabel dann wenige Runden vor Schluss auf der Zielgerade antrat, hatten jedoch bis auf seinen Freund Rolf Aldag alle anderen Profis das Nachsehen. Der Rest war dann nur noch Formsache: Auf der Zielgerade konnte ein allerdings sichtlich gezeichneter Rolf Aldag schon vor der Ziellinie jubeln. Der Marathonlauf vom vergangenen Sonntag steckte noch in den Knochen. Als Dritter zeigte sich Bergfloh Fabian Wegmann mit Sprinterqualitäten. Der Träger des Bergtrikots der Tour de France holte sich im Spurt der Verfolger knapp Platz drei.

[Im Windschatten von Jens Voigt schloss Aldag zu Erik Zabel auf. – Foto: Stefan Stefan Schwenke] Im Rahmen der Ehrungen für Rolf Aldag war am gestrigen Abend viel Symbolik angesagt. Aus den Händen von Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, und seines Vize Udo Sprenger, der auch schon die Pott’s-Leeze-Tour mitgefahren war, gab es den goldenen Nagel des Verbandes. „Eine Ehrung, die wir nur ganz selten vornehmen“, so der ehemalige Bundesverteidungsminister. „Da kannst Du jetzt alles dranhängen, was Du nun nicht mehr brauchst.“ Viel dürfte das kaum sein. Der Radsportler, der den Radsport nicht nur durch seine Leistungen geprägt habe, sondern vor allem auch durch die Art, wie er seine Leistungen vollbracht habe, so Scharping, wird schließlich schon in drei Wochen auf Lanzarote seine Ironman-Premiere geben.

Ebenfalls äußerst symbolisch: Von Heinz Seesing, dem Organisator des Berliner Sechstagerennens, gab’s die Glocke, mit der im Frühjahr Aldags Frau Eva im Berliner Velodrom die letzte Bahnrunde des zehnfachen Sechstagesiegers eingeläutet hat. Unter den Gästen an der Strecke gab es auch neben Scharping und Sprenger noch reichlich Radsport-Prominenz. Der langjährige ZDF- und Eurosport-Kommentator Klaus Angermann sprach wohl stellvertretend für die meisten, als er Aldag mitteilte: „Ein ganz Großer des deutschen Radsports feiert heute seinen Abschied, es ist mir eine Ehre, dass ich hier in Ahlen dabei sein kann.“

Unter dem Jubel der Fans nimmt Aldag Abschied als Rennsportler

Adieu RolfAhlen, 1. Mai 2006 (ako). Der Himmel weinte, als Rolf Aldag sich von der Bühne des Profi-Radrennsportes verabschiedete. Die Gäste jubelten, als der Radrenner, der bei den Ahlener Radsportfreunden seine Karriere begann, als erster ins Ziel fuhr. Und Rolf Aldag – er lachte Samstag ein letztes Mal vom Siegertreppchen aus nicht nur den Zweit- und Drittplatzierten Erik Zabel und Fabian Wegmann, sondern vor allem seinen Fans zu.

Und die fanden sich zahlreich nicht nur auf der VIP-Tribüne ein. Neben den Hauptsponsoren sah auch Ex-Minister Rudolf Scharping, ganz zivil und in seiner Funktion als Vorsitzender des Bundes Deutscher Radfahrer, wie zunächst die Amateure C, dann die Senioren und später die Junioren auf die Strecke gingen. Viel Beachtung fanden auch die Bambinis, die im Einlagerennen von den bereits anwesenden Profis begleitet und angefeuert ihre 2,8 Kilometer zurücklegten.

Mit der Verkürzung des Junioren-Rennens auf 25 Runden waren auch die Organisatoren aus den Reihen der Radsportfreunde und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft dann wieder im Zeitplan. Dem umjubelten Einschreiben der prominenten Fahrer im Start- und Zielbereich auf der Rottmannstraße folgte dann der Start zum Abschiedsrennen. Erik Zabel, angereist aus Mallorca, startete an der Seite von Rolf Aldag, mit dem er oft das Zimmer teilte. Mit dabei auch das ZDF, bei dem Aldag als Co-Kommentator tätig ist, sowie rund 40 Journalisten, die ihre Objektive auf Aldag richteten.

Viel wichtiger waren dem von nun an Ex-Profi aber seine Fans, denen er nicht nur nach der Siegerehrung persönlich dankte. Von einem Autogramm zum anderen fuhr Rolf Aldag an den Fans vorbei, die zu Tausenden die Rennstrecke säumten. Zum Teil mit Schifferklavier und Trommeln hatten sie ihn über seine letzten 45 Runden und 63 Kilometer Ahlener Asphalt angefeuert und harrten auch aus, als während der Siegerehrung einige Tropfen vom Himmel fielen.

Rudolf Scharping und sein Vize Udo Sprenger überreichten Aldag den „goldenen Nagel“, an dem künftig das pinkfarbene T-Mobile- Trikot hängen soll. Mit „Time to say goodbye“ und stehenden Ovationen verabschiedete sich die Fangemeinde von Aldag und er selbst später im Jugendzentrum Ost auch von den Fahrern, die er künftig als Co-Kommentator auf bequemere Art begleiten wird. „Adieu Rolf“ ist eben auch ein Neuanfang. Angelika Korte-Dolenc, Ahlener Tageblatt.

Schumann und Stiefeling die ersten Sieger des Tages

Mit 200 Fahrern war das Feld der C-Amateure besonders stark besetzt. - Foto: Mathias SchwenkeAhlen, 28. April 2006 (sts). Erster Sieger des Aldag-Abschiedes war am heutigen Nachmittag Dirk Schumann vom RSC Schwerte. Der Amateurfahrer setzte sich im Spurt der C-Klasse vor Christian Hirsch vom RSV Gütersloh und Henrik Albinus vom RC Endspurt Herford durch und machte damit seinen Aufstieg in die B-Klasse perfekt. Dominiert wurde das Rennen der Amateure, das teilweise im strömenden Regen und noch vor wenigen Zuschauern den Auftakt des Renntages der Radsportfreunde Ahlen bildete, lange Zeit von den Akteuren in den grün-blauen Trikots des RSV Gütersloh. Im Finale hatte nach 60 Kilometern und 1:22:04 Stunden Schumann aber die besten Beine. Die heimischen Akteure spielten dagegen keine Rolle.

Im Rennen der Senioren, in dem rund 500 Meter vor Schluss ein Fahrer tragisch stürzte, setzte sich Horst Stiefeling vom RC Musketier Wuppertal durch. Andreas Platte von den heimischen Radsportfreunden Ahlen sicherte sich am Ende eines extrem schnellen Rennens hinter Uwe Odenthal aus Neuwied und Bert Fox aus Neheim zeitgleich mit dem Sieger Platz vier.

Tödlicher Unfall im Seniorenrennen

Ahlen, 28. April 2006 (sts). Ein tödlicher Unfall hat am gestrigen Nachmittag das Abschiedsrennen von Rolf Aldag überschattet. Ein 40-Jährige Rennradsportler aus Fuldatal war in der letzten Runde des Rennens der Senioren im Bereich der Verkehrsinsel auf der Feldstraße gestürzt und erlag wenig später in der Barbaraklinik in Heessen seinen schweren Kopfverletzungen.

Ein weiterer ebenfalls 40-jähriger Radsportler, der mit in den Sturz verwickelt war, wurde zur ambulaten Behandlung seiner Schulter und Knieverletzungen in das Ahlener Krankenhaus gebracht.

Die Unfallursache konnte bislang nicht geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft hat weiter Ermittlungen der Polizei veranlasst. Zur Versorgunge des schwer verletzten Fahrers war am gestrigen Nachmittag auch ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Auf Grund der Schwere seiner Kopfverletzungen war der Transport mit dem Hubschrauber allerdings nicht möglich. Der Radsportler wurde daher mit dem Rettungswagen in die Heessener Barbaraklinik gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag.

Der ehemalige T-Mobile-Profi Rolf Aldag zeigte sich tief betroffen von den Folgen des Unfalls. „Meine Anteilnahme gilt der Familie des Verunglückten.“ Ähnlich äußerte sich auch Ahlens Bürgermeister Benedikt Ruhmöller: „Dieser dramatisch Sturz wirft einen schrecklichen Schatten auf eine ansonsten gelunge Veranstaltung“, so Ruhmöller.

Ermittlungen abgeschlossen

Warendorf, 16. Mai 2006. Wie die Staatsanwaltschaft Münster und die Polizei Warendorf mitteilte, sind die Ermittlungen bezüglich des tödlichen Unfalls abgeschlossen. Bisher waren die Ermittler davon ausgegangen, dass der 40-jährige Mann möglicherweise mit einem anderen Fahrer zusammenstieß und zu Fall kam.

Nachdem sich zwischenzeitlich weitere Zeugen gemeldet haben und deren Vernehmungen vorliegen, stehe aber fest, dass weder ein Gerangel noch eine Berührung zwischen Fahrern für den Sturz ursächlich war. Der 40-Jährige sei vielmehr zu dicht an eine Verkehrsinsel gekommen, an der er vorbeifahren wollte, und setzte mit der Pedale seines Rennrades auf dem Bordstein auf, so die Kreispolizeibehörde Warendorf. Hierdurch habe er das Gleichgewicht verloren und stürzte. Sein Rennrad schleuderte über die Fahrbahn in eine Gruppe weiterer Fahrer, von denen daraufhin ebenfalls mehrere zu Fall kamen.

Anteilnahme: Radsportfreunde fahren mit Trauerbinde

Ahlen, 6. Mai 2006 (sts). Der Schock sitzt tief. Auch eine Woche nach dem tödlichen Unfall im Rahmen des Seniorenrennens in Ahlen fehlen Dieter Kircheis die Worte. „Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen“, so der Cheforganisator und Vorsitzende der Radsportfreunde Ahlen. „Unsere Aktiven werden zum Zeichen der Anteilnahme am kommenden Wochenende bei den Radrennen und Radtourenfahrten mit Trauerbinde fahren“, versprach Kircheis.

Ein Seniorenfahrer war am Samstag im Rahmen des Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens aus bisher noch nicht geklärten Gründen 300 Meter vor dem Ziel des Rundstreckenrennens mit zwei anderen Radsportlern gestürzt und wenig später seinen inneren Verletzungen erlegen.

Juniorenrennen: Starker Auftritt des Potts-Leeze-Teams

Leon Schachtner vom König-Pilsner-Team setzt sich gegen Marcel Arnold aus Erfurt durch, Alexander Nordhoff sprintet auf einen starken dritten Rang. - Foto: Stefan SchwenkeAhlen, 29. April 2006 (mts). Mit einem eindrucksvollen Auftritt präsentierte sich das Pott’s-Leeze-Team der Radsportfreunde Ahlen und des Radfahrvereins Beckum am heutigen Nachmittag bei ihrer Premiere vor heimischem Publikum. Die junge Mannschaft, die wenige Stunden zuvor noch auf in der Ahlener Innenstadt offiziell vorgestellt wurde, gehörten zu den Aktivposten des Junioren-Rennens im Rahmen des traditionellen Lambert-Gombert-Gedächtnisrennens. „Das hat mir sehr gute gefallen“, freute sich Kirsten Bessmann-Wernke, sportliche Leiterin der Mannschaft, über die attraktive Fahrweise ihrer Jungs.

Aktivposten im Feld, am Ende Dritter: Alexander Nordhoff vom neuen Potts-Leeze-Team. - Foto: Stefan Schwenke

Nach dem schweren Unfall im Rennen der Seniorenklasse war das Rennen von 40 auf 25 Runden verkürzt worden. Vor allem Jonas Hoppe aus Neheim, der Ahlener Michael Brehe und der Beckumer Alexander Nordhoff nutzten die 35 Kilometer für mehrfache Attacken und zeigten sich bei den alle drei Runden ausgeschriebenen Zwischenwertungen vorn. Im Massenspurt setzte sich jedoch Leon Schachtner vom König-Pilsner-Team vor Marcel Arnold aus Erfurt durch. Alexander Nordhoff sprintete auf einen starken dritten Rang, Michael Brehe aus Dolberg wurde 15.

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9. Lambert-Gombert-Gedächtnisrennen

Ahlen, 18. Juni 2005 (ack). Die Antwort kam locker und ohne zu überlegen. „Ja, ich habe dran geglaubt“, behielt Michael Brehe auch direkt nach dem Rennen im Interview mit Rennkommentator Henning Tonn sein Pokerface. Dabei hätte alle Grund zum Strahlen gehabt. Denn Brehe siegte beim U-17-Rennen und sorgte zudem für einen Heimsieg der Radsportfreunde Ahlen.

Ein Auftakt nach Maß zum 9. Lambert-Gombert-Renntag, den die Ahlener Radsportfreunde ausrichteten. Auch ein Grund, warum RSF-Vorsitzender Dieter Kircheis sehr zufrieden war. „Wir wollen Jugendlichen eine Chance geben, sich in Ahlen zu repräsentieren“, sagt er. Deshalb richtete der RSF auch zum ersten Mal die offenen Ahlener Stadtmeisterschaften aus. Kinder der Jahrgänge 1990 bis 1993 waren ebenso zu einem Rennen eingeladen, wie die ganz kleinen Fahrer, die beim Wettbewerb „Erster Schritt“ erste Rennerfahrung sammeln konnten.

brehe_siegerehrung2005Die Resonanz bei den Stadtmeisterschaften war aber gering, nur vier Fahrer gingen an den Start. Enttäuschend auch aus Sicht von Organisatorin Kirsten Beßmann-Wernke. Aufgeben will sie aber nicht: „Ich habe Geduld, wenn erst einmal ein, zwei kommen, kommen auch mehr.“ Die Gesamtbilanz fiel aber dennoch positiv aus, wie Dieter Kircheis befand. „Die Leute vom Verein haben sehr gute Arbeit geleistet“, strahlte er.

Zumal er eben Michael Brehe auch noch den Pokal für den ersten Platz in die Hand drücken durfte. Mit freundlicher Unterstützung von Alexander Nordhoff. Der Beckumer im Trikot der RSG Harsewinkel zog den Spurt für Brehe an und belegte zudem am Ende noch Rang zwei. Der Dank Brehes war Nordhoff sicher. „Nächste Woche ist sein Heimrennen, dann fahre ich für ihn“, versprach Brehe, der nach seinem Sieg nun auch im Lamonta-Junior-Cup in Führung liegt.

Das zweite Glanzlicht aus Ahlener Sicht setzte Andreas Platte, der beim stark besetzten Senioren-Rennen (Sieger Ralf Stambula) auf den fünften Platz sprintete. Plattes siebte Plazierung im achten Rennen der Saison. Franz Brehe hingegen stieg aus, Thomas Wernke (beide RSF Ahlen) kam mit dem Hauptfeld ins Ziel.
Im Rennen der Damen war Christina Becker (Frankfurter RC) eine Klasse für sich. Sie ergatterte alle Prämien und war auch im Schlusssurt nicht zu schlagen. Ähnlich stark fuhr Felix Meyer (RSC Rheinbach), der sich im Eliterennen der Männer nach zwei Runden mit drei Mitstreitern aus dem Feld löste, fünf Runden vor Schluss, seine Kontrahenten abschüttelte und sich den Sieg nicht mehr nehmen ließ. Gut schlugen sich die RSF-Fahrer Matthias Brehe und Peter Süsselbeck, die mit dem Hauptfeld ins Ziel kamen. Christoph Ackfeld, Foto Elmar Kremser.