Rolf Aldag

Schneller als Armstrong: Aldag gewann Marathon-Fernduell der ehemaligen Radstars

Tinajo/Lanzarote, 12. November 2006 (sts). Glück gehabt! Sein Fernduell mit dem siebenfachen Tour-de-France-Sieger hat Rolf Aldag schonmal gewonnen. Während Lance Armstrong am Sonntag in New York bei seinem ersten Marathon in 2:59:36 Stunden nur knapp unter der Drei-Stunden-Grenze blieb, steht Aldags Bestzeit aus dem Hamburg-Marathon im April bei 2:42:54 Stunden. Kein Grund also für den ehemaligen Radprofi aus Ahlen, wieder die Laufschuhe zu schnüren. Ganz davon abgesehen, dass Aldag dazu auch gar keine Zeit hätte. Selbst die im April versprochene Grillparty mit den alten Nachbarn in Ahlen konnte noch nicht stattfinden.

Erst ganz langsam kommt der 38-Jährige mittlerweile wieder zu Atem und kann sogar wieder selbst ein bisschen Sport machen. Momentan ist er zum Radtraining mit Hobbysportlern auf Lanzarote. „Wie jedes Jahr“, sagt Aldag. Nur diesmal kann er gleich dableiben. Denn ein Teil des T-Mobile-Teams trifft sich Ende November dort bereits zum ersten Trainingslager. „Auf freiwilliger Basis“, wie Aldag sagt. Nur wenige Monate nach seinem Abschied vom Profisport ist Rolf Aldag längst wieder mitten drin. Und das T-Mobile-Team ist wohl mehr sein Team als je zuvor.

Als Sportdirektor ist Aldag für fast alles in der Mannschaft verantwortlich. Gemeinsam mit dem US-Amerikaner Bob Stapleton hält er die Zügel des T-Mobile-Teams fest in der Hand. Damit das so ist, gab es im Sommer kaum eine ruhige Minute. „Es war am Anfang nur eine Zwei-Mann-Show“, sagt Aldag. „Wir mussten ab August schaffen, womit man sonst schon im Mai anfängt.“ Inzwischen hat das Duo den Rückstand aber aufgeholt. Aldag auch dank der Hilfe seiner Frau Eva, die ihm an seinen in diesem Sommer üblichen 14- bis 16-Stunden Tagen sehr viel Arbeit abgenommen hat und auch weiterhin in die Arbeit um das Team eingebunden ist.

Ein Team, das inzwischen weitgehend komplett ist. „Damit kann man jetzt auch Arbeit delegieren und alles wird ein bisschen einfacher“, sagt Aldag. Zu tun bleibt trotzdem noch mehr als genug. Nachdem die Saisonplanung steht, müssen jetzt die Termine für die einzelnen Rennfahrer abgestimmt werden. „Wir müssen gemeinsam überlegen, wer wo fährt“, so Aldag. Parallel laufen die Gespräche mit den Veranstaltern und die Planungen für die Trainingslager. Eines steht dabei für Januar schon fett im Kalender. Vom 8. bis zum 18. Januar trifft sich das komplette neue Team zur Saiosnvorbereitung auf Mallorca.. Kurze Zeit später beginnt dann auch schon die Rennsaison. Und obwohl Aldag kaum dauerhaft und ständig bei den verschiedenen Rennen sein kann und auch nur im Notfall als Sportlicher Leiter ins Teamauto steigen will, wird ihm sein Bauernhof außerhalb von Beckum wohl eher als Basisstation denn als zu Hause dienen. So werden die ehemaligen Nachbarn in Ahlen wohl erstmal noch auf ihre Grillparty warten müssen.

Kein Hawaii-Start: T-Mobile hat Vorrang

Rolf Aldag - Foto: Stefan SchwenkeBeckum, 10. September 2006 (sts). Homezone statt Hawaii: Für Rolf Aldag ist derzeit das Telefon das wichtigste Sportgerät. Eigentlich hatte der 38-Jährige seine langjährige und im April beendete Karriere als Radprofi ja mit einem Start beim Ironman auf Hawaii abrunden wollen, aber durch sein neues Engagement in seinem alten Rennstall bleiben eigene sportliche Ambitionen derzeit auf der Strecke. „Keine Chance, der Tag hat ja so schon nicht genug Stunden“, sagt Aldag.

Nach der Entlassung des bisherigen Team-Managements um Olaf Ludwig ist Aldag nun Sportdirektor für das T-Mobile-Team und damit an der Seite des Amerikaners Bob Stapleton neuer Chef der Mannschaft. Diese Entwicklung hatte sich während der Tour de France erstmals öffentlich abgezeichnet und war wenige Tage später bestätigt worden.

Für Sponsor T-Mobile soll das Team um Manager Bob Stapleton und Sport-Chef Rolf Aldag komplett neu aufbauen. „Wir sind sicher, mit Stapleton und Aldag die Neuausrichtung des T-Mobile Team erfolgreich zu bewältigen“, so Ulli Gritzuhn, Marketing-Vorstand von T-Mobile. Das heißt für Aldag, dessen Mannschaft vor wenigen Tagen die Lizenz für die ProTour bekommen hat, dass Langeweile und Freizeit momentan Fremdworte sind. Die Lizenz sei dabei „ein wichtiger Schritt bei der Umstrukturierung der Mannschaft“, sagt Team-Manager Stapleton. Was er von seinem neuen Team in diesem Zusammenhang erwartet, erklärt Aldag so: „Ich bin überzeugt, dass wir eine starke Mannschaft haben werden, die nicht nur auf dem Rad unsere klaren Vorgaben erfüllen wird.“

Dafür laufen seit Wochen in Dünninghausen am Rand von Beckum die Fäden zusammen. Das eigene Training oder gar eine Reise nach Hawaii sind damit vorerst auf Eis gelegt. „Aber es kommen ja auch wieder andere Zeiten. Wenn das Team erstmal steht, wird es sicher auch mal wieder ruhiger“, sagt Eva Aldag, die ihren Job als Pressesprecherin für das Frauenteam von T-Mobile, das übrigens ebenfalls dem ehemaligen Voicestream-Vorstand Stapleton gehört, längst aufgegeben hat und erstmal mit ihrem Mann an der Zukunft der Männermannschaft strickt. „Alleine wäre die Arbeit gar nicht zu bewältigen.“

Ahlener wird Sportlicher Leiter in neuem T-Mobile-Team

Ahlen, 30. Juli 2006 (mts). Radsport-Sponsor T-Mobile wird ab November die Leitung seines Profi-Teams in die Hände des US-Amerikaners Bob Stapleton legen, der Ahlener Ex-Profi Rolf Aldag wird Sportlicher Leiter des neuen T-Mobile-Teams. Das gab T-Mobile in einer Pressemitteilung bekannt. Zum 31. Oktober wird der Mobilfunkkonzern seinen Vertrag mit der Olaf-Ludwig-Cycling-GmbH (OLC) kündigen, um in Zukunft mit Multi-Millionär Stapleton, unter anderem bereits Betreiber des T-Mobile-Frauenteams, zusammenzuarbeiten. Als Gründe für den Wechsel werden fehlendes Vertrauen in das derzeitige Teammanagement und Unstimmigkeiten unter anderem im Umgang mit der derzeitigen Doping-Problematik genannt.

Mit der Verpflichtung von Rolf Aldag als Sportlichen Leiter sei es gelungen, eine herausragende Persönlichkeit des Radsports zu gewinnen, so T-Mobile. „Rolf steht dem Team der Sportlichen Leiter vor und wird für die Athleten verantwortlich sein“, so der künftige Team-Manager Stapleton.

Die derzeitige Protour-Lizenz befindet sich noch in Besitz der OLC. T-Mobile-Pressesprecher Christian Frommert: „Wir haben bei der UCI eine eigene Lizenz beantragt und sind sehr sicher, da einen positiven Bescheid zu erhalten.“ T-Mobile-Pressemitteilung

Erfolgreiche Triathlonpremiere

Puerto del Carmen, 20. Mai 2006 (mts). „Das war absolut hart“, meinte ein erschöpfter Rolf Aldag im Ziel des Ironman Lanzarote. Der ehemalige Radprofi aus Ahlen absolvierte heute mit 10:22:14 Stunden auf den Kanaren seine erfolgreiche Triathlonpremiere. Schon auf der Schwimmstrecke war Aldag schneller unterwegs als geplant. 1:13:18 Stunden brauchte Aldag für den 3,8 Kilometer langen Rundkurs durch den Atlantischen Ozean und machte auch auf der 180 Kilometer langen Radstrecke trotz des heftigen Windes einen lockeren Eindruck. Erst auf der Marathondistanz musste Aldag dann an seine Grenzen gehen. „Ich bin total platt“, so Aldag. Die Qualifikation für den Ironman dürfte er sicher haben, die endgültige Entscheidung über die Vergabe der begehrten Startplätze fällt jedoch erst heute.

Das Rennen gewann der Este Ain-Alar Juhanson nach 8:54 Stunden vor Steffen Liebetrau aus Ebringen/Breisgau.

Ironman Lanzarote: Aldag vor Triathlon-Premiere

Rolf Aldag - Foto: Stefan SchwenkePuerto del Carmen, 19. Mai 2006 (sts). Falls Rolf Aldag vor seiner Ironman-Premiere am Samstag auf Lanzarote nervös sein sollte, anmerken lässt sich der ehemalige Radprofi vom T-Mobile-Team nichts. „Ich habe zuletzt etwas wenig trainiert, ich hatte einfach keine Zeit. Aber die habe ich ja jetzt“, so Aldag. Seit Dienstagmorgen ist er samt Familie und Freund wie Betreuer Werner Finnemann auf der Vulkaninsel im Atlantik. Und Lanzarote verbindet Aldag eben mit Training. „Was soll ich denn sonst die ganze Woche machen?“ Um seine Ausdauer und seine Regeneration macht sich der 37-Jährige keine Sorgen. Warum auch? Wer zehn Teilnahmen an der Tour de France hinter sich hat, hat ausreichend langen Atem bewiesen. Sorgen macht Aldag dagegen das Schwimmen. Als einzige sinnvolle Vorbereitung war er zuletzt zwei Mal im Baggersee. „Bei zwölf Grad Wassertemperatur war das auch mit Neoprenanzug nicht sehr angenehm“, so Aldag. Mit Hilfe von „google-map“ hat er anschließend die Strecke ausgemessen. Etwa zweieinhalb Kilometer will er für eine Diagonale gemessen haben. „Aber ich hab¹s ja nicht so mit dem Geradeausschwimmen“, so Aldag. Rund eineinhalb Stunden haben Freunde ihm für die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke ausgerechnet. „Die sagen, langsamer könne man gar nicht schwimmen. Ich bin mir da aber noch nicht so sicher“, sagt Aldag.

Vor der Radstrecke muss sich der ehemalige Radprofi dann allerdings kaum Bange machen. Ungewohnt wird es trotzdem: „Ich bin seit Januar nicht mehr 180 Kilometer am Stück gefahren“, sagt Aldag. „Alle, die da jetzt die Bestzeit von mir erwarten, sollen man den Ball flach halten.“ Auftrieb haben die Gerüchte zu Aldags Ambitionen zuletzt allerdings durch den Marathon in Hamburg bekommen. Aldag: „Da waren einige fix und fertig nach den 2:42 Stunden. Das haben die meisten mir nicht zugetraut. Schade eigentlich, dass ich einen schlechten Tag hatte. Sonst wäre ich 2:36 Stunden gelaufen.“ An seinem Ziel ändert aber auch der Marathon in Hamburg nichts: Die Qualifikation für Hawaii will Aldag schaffen. Wenn das möglich ist. Spekulanten, die Aldag auf den Top-Plätzen im Ziel erwarten, erteilt der Radsportler auf jeden Fall eine klare Absage: „Um den Profis vorne Konkurrenz zu machen, müsste ich ja jetzt mehr trainieren als als Radprofi. Da hätte ich gleich Radprofi bleiben können. Auf dem Gebiet kenne ich mich schließlich aus.“

„Adieu Rolf“ – Aldag gewinnt eigenes Abschiedsrennen

Nach 26 Jahren siegt Aldag erneut auf seinem Heimatkurs

Rolf Aldag gewinnt sein Abschiedsrennen - Foto: Stefan SchwenkeAhlen, 29. April 2006 (sts). Es war nochmals ein Rennen mit Symbolcharakter: Nur eine Woche nach seinem Debüt als Marathonläufer hat das Kämpferherz auch bei seinem letzten Radrennen gesiegt. Mit Unterstützung seiner Freunde Erik Zabel und Jens Voigt hat Rolf Aldag am Samstag auf der 1,4 Kilometer langen Rennstrecke, auf der als Zwölfjähriger auch sein allererstes Radrennen absolviert hatte, sein eigenes Abschiedsrennen gewonnen. „Das schreit ja fast nach einem Comeback, ich sollte noch für das Rennen am Henninger Turm nachmelden“, so Aldag nach dem Rennen.

Die Sympathien seiner Kollegen wie der Fans dürften ihm aber auch Ex-Rennfahrer weiter sicher sein. Auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere bleibt Aldag dem Radsport schließlich treu. „Mit Erholung wird wohl nichts, erstmal geht’s jetzt nach Frankfurt, dann wieder nach Hause und dann gleich wieder zu einer Besprechung beim ZDF nach Mainz“, so Aldag auf die Frage, wie es jetzt weitergeht. Zumal auch sportlich noch einiges ansteht. In nur drei Wochen startet der 37-Jährige beim Ironman auf Lanzarote seine Triathlonpremiere.

Trotzdem, geschont hat ihn die Konkurrenz am Samstag trotzdem nicht. „In seinem letzten Rennen wollen wir ihn noch einmal richtig ärgern“, sprach Bahnspezialist Mark Altmann für einige seiner Kollegen, die Aldag noch ein letztes heißes Rennen angesagt hatten. Aldag meisterte den unruhigen Beginn allerdings mit der Routine von mehr als eineinhalb Jahrzehnten Profisport und hielt sich erstmal zurück. „Ich hatte als ja noch ein paar Helfer dabei, die wir mit anderen Trikots getarnt haben“, so Aldag mit Blick auf Jens Voigt und Erik Zabel, die nach vielen gemeinsamen Profijahren zum Abschied von Aldag trotz ihrer Verträge bei den Teams CSC und Milram am Samstag für sich nur eine Aufgabe sahen: Sich als Helfer für Aldag einzuspannen. So war es Jens Voigt, der auf der 1,4 Kilometer langen Runde die entscheidende Tempoverschärfung lancierte, um Rolf Aldag wieder in Position zu fahren. Und Erik Zabel bereitet höchstpersönlich Aldag den Weg zum Sieg. Ebenso symbolträchtig wie die ungewohnte Rollenverteilung im erstklassig besetzten Peloton fielen die Ehrungen am Samstag aus.

Aus den Händen von Rudolf Scharping, Präsident des Bund Deutscher Radfahrer, sowie seines sportlichen Vize Udo Sprenger, der auch schon die Pott’s-Leeze-Tour mitgefahren war, gab es den goldenen Nagel des Verbandes. „Eine Ehrung, die wir nur ganz selten vornehmen“, so der ehemalige Bundesverteidungsminister. Aldag habe den Radsport nicht nur durch seine Leistungen geprägt, sondern vor allem auch durch die Art, wie er seine Leistungen vollbracht habe, so Scharping.

Ebenfalls äußerst symbolisch: Von Heinz Seesing, dem Organisator des Berliner Sechstagerennens, gab’s die Glocke, mit der im Frühjahr Aldags Frau Eva im Berliner Velodrom die letzte Bahnrunde des zehnfachen Sechstagesiegers eingeläutet hat. Unter den Gästen an der Strecke gab es auch neben Scharping und Sprenger noch reichlich Radsport-Prominenz. Der langjährige ZDF- und Eurosport-Kommentator Klaus Angermann sprach wohl stellvertretend für die meisten, als er Aldag mitteilte: „Ein ganz Großer des deutschen Radsports feiert heute seinen Abschied, es ist mir eine Ehre, dass ich hier in Ahlen dabei sein kann.“ www.aldags-abschied.de.

Aldag geht unter die Triathleten:

Ironman-Vorbereitungen schlagen mediale Wellen

Rolf Aldag trainier für den Ironman Lanzarote - Foto: Stefan SchwenkeAhlen, 28. März 2006 (sts). Alles dreht sich um Aldag: Nach der überregionalen Ankündigung seines Marathonstarts und der Meldung, dass er noch in diesem Jahr auch beim Ironman antreten wird, hat der ehemalige T-Mobile-Profi in den vergangenen Tagen mehr mediale Wellen geschlagen, als in der meisten Zeit seiner Rad-Karriere. „Schon lustig, wie sowas rumgeht“, hat Aldag festgestellt. „Da hat wohl der Veranstalter nicht ganz dichtgehalten.“

So oder so. Parallel zur Vorbereitung auf sein Abschiedsrennen, zu dem er am 29. April in Ahlen antritt, gilt es nun nicht nur Zeit ins Lauftraining sondern auch ins Schwimmen zu investieren. „Momentan falle ich wohl noch unter die Rubrik Treibholz“, so Aldag selbstkritisch. Aber da man nicht lernt, was man nicht übt, hat der 37-Jährige zuletzt auf Mallorca schonmal die Probe aufs Exempel gemacht und gleich mal ein Schwimmtraining im Meer absolviert. „Danach war ich so seekrank, da hat mir nichtmal mehr das Abendessen geschmeckt“, so Aldag. Das sollte am 20. Mai beim Ironman auf Lanzarote nicht passieren. Denn da stehen erstens anschließend noch 180 Kilometer Radfahren und ein Lauf von 42,195 Kilometer Länge auf dem Programm. Und zweitens möchte sich Aldag dort für den Ironman auf Hawaii qualifizieren. „Ich habe schon ausgerechnet, wie lange ich schwimmen darf“, sagt Aldag. „Maximal eine Stunde und 40 Minuten, das ist schon extrem langsam. Wenn ich dann fünf Stunden Radfahren und den Marathon in dreieinhalb Stunden laufe, sollte es klappen mit der Qualifikation für Hawaii.“ Auf eine mögliche Wildcard für den Klassiker verzichtet Aldag bewusst. „Dafür muss sich jeder qualifizieren, also sehe ich keinen Grund, das nicht zu tun.“

Gleichzeitig erteilt Aldag zu großen Ambitionen schonmal eine Absage. „Es gibt einige, die erwarten jetzt, dass ich die ganz Großen angreife, aber das ist Blödsinn. Ich will den Triathlon einfach für mich machen. Als Erfahrung.“

Der nächste Schritt dahin ist nun ein Halbmarathon am kommenden Sonntag in Bonn. Am 23. April stellt sich Aldag dann in Hamburg erstmals der kompletten Marathondistanz von 42,195 Kilometern. Dafür hat er sich einen Zeitplan zurechtgelegt, der bei zwei Stunden und 41 Minuten endet. „Das sollte machbar sein“, so Aldag.

Und damit es auch außerhalb des Trainings und neben der Zeit mit Frau und drei Monate altem Kind nicht langweilig wird, läuft ja noch die Vorbereitung für sein Abschiedsrennen. „Die Gespräche laufen“, so Aldag zu seinen Kontakten mit den Ex-Kollegen aus dem Profi-Radsport. „Ich denke, wir werden ein sehr gutes Feld zusammen bekommen.“ Einer hat schon fest zugesagt: Erik Zabel wird am 29. April zum zweiten Mal in seiner Karriere in Ahlen fahren. Der heute für das deutsch-italienische Team Milram fahrende Profi war bei Telekom und T-Mobile über ein Jahrzehnt Zimmernachbar und engster Freund von Aldag.

„Adieu Rolf“ – Zabels Zusage für Aldags Abschied

Ahlen, 22. März 2006 (sts). Erik Zabel ist dabei. Damit hat Rolf Aldag die erste erstklassige Konkurrenz für sein Abschiedsrennen schon sicher. “Er hat mir zugesagt”, bestätigte Aldag jetzt den Start seines Freundes und langjährigen Zimmerpartners im T-Mobile-Team, die von Experten auch nie in Zweifel gezogen wurde. “Erik stand natürlich ganz oben auf meiner Wunschliste”, so Aldag. Die nächsten Punkte will er jetzt in den kommenden Tagen und Wochen abarbeiten. “Die Gespräche laufen, aber das ist alles gar nicht so einfach”, hat Aldag festgestellt.

Probleme bereitet ihm der ohnehin schon enge Terminkalender vor allem dadurch, dass auf Grund der Fußball-Weltmeisterschaften auch der Radsport von Terminveränderungen betroffen ist. Nachdem zuerst in Deutschland für den 29. April kein weiteres großes Rennen geplant war findet nun parallel zum Ahlener Rennen die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt statt. “Außerdem läuft in der Schweiz die Romandie-Rundfahrt, damit wird es für einige Mannschaften schon schwierig”, hat Aldag mit Schrecken festgestellt. Nach dem derzeitigen Stand der Planungen soll auch Jan Ullrich in der Schweiz fahren. “Damit wird er wohl in Ahlen nicht dabei sein”, so Aldag.

Zweifel an hochkarätiger Besetzung des unter dem Titel “Adieu Rolf” laufenden Rennens Ende April hat der 37-Jährige trotzdem nicht. Seit seiner Rückkehr aus dem Trainingslager auf Mallorca, wo sich der ehemalige Radprofi auf sein Marathon- und Triathlon-Debüt vorbereitet hat, laufen bei ihm die Telefon- und Mailverbindungen. Erik Zabel, der inzwischen an der Seite des italienischen Sprinters Alessandro Petacchi für die deutsch-italienische Equipe Milram fährt, ist Ende April auf jeden Fall in Ahlen.

Damit auch das Umfeld des Rennens stimmt, laufen auch bei den Radsportfreunden und im Bereich des Stadtmarketings die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. Eingebettet wird das Abschiedsrennen von Rolf Aldag am 29. April in einen kompletten Renntag mit Nachwuchsrennen. Gefahren wird auf der Traditionsstrecke der Radsportfreunde mit Start und Ziel auf der Rottmannstraße und entlang der gleichzeitig stattfindenden Mai-Kirmes. Weitere Infos zum Abschiedsrennen unter www.aldags-abschied.de

Zurück zu den Wurzeln:
Aldag mit Startrecht für die Radsportfreunde

Rolf Aldag - Foto: Stefan SchwenkeAhlen, 25. Februar 2006 (sts). Zurück zu den Wurzeln: Wenn Rolf Aldag in diesem Jahr nochmals in die Pedalen tritt, könnte er eigentlich wieder sein altes Vereinstrikot anziehen. Wie schon das Sechstagerennen in Berlin wird der Ahlener auch sein Abschiedsrennen wieder für seinen alten Verein fahren.Offiziell startet der 37-Jährige ehemalige Radprofi mit Stationen beim schweizer Rennstall Helvetia sowie beim deutschen Vorzeigeteam Telekom und T-Mobile in diesem Jahr nämlich mit einer A-Lizenz der Radsportfreunde Ahlen. “Irgendeine Lizenz brauchte ich ja. Sonst hätte ich ja nichtmal an meinem eigenen Abschiedsrennen teilnehmen können”, sagt Aldag.

Was lag also näher, als für den Lizenzantrag in der Geschäftsstelle der Radsportfreunde Ahlen anzufragen. Mitglied im Ahlener Verein war Aldag ohnehin auch während seiner Zeit als Profi. Trotzdem unverhoffte Aufwertung für die Radsportfreunde, die damit wohl den prominentesten Amateurfahrer Deutschlands in ihren Reihen haben dürfte. Oft wird Aldag seine Lizenz in diesem Jahr voraussichtlich aber nicht brauchen. Geplant ist nur noch das Abschiedsrennen gegen erstklassige Konkurrenz am 29. April in seiner Heimatstadt.

Damit der Radsportler dafür auch fit ist, gilt es in den kommenden Wochen eine Gratwanderung zu proben. Denn statt das Radtraining in reduzierte Form einfach bis in den April durchzuziehen hat Aldag längst die nächste Herausforderung angepeilt. In Hamburg will der 37-Jährige in Laufschuhen seine Premiere auf der Marathonstrecke geben. Der Marathon findet nur eine Woche vor dem Rennen in Ahlen statt. So trainiert Aldag derzeit mehr in Laufschuhen als auf dem Rad und macht auch nach über eineinhalb Jahrzehnten Profisport noch neue Erfahrungen. “Irgendwie tut mir jeden Tag was Neues weh”, hat Aldag festgestellt. Dabei hat die richtige Vorbereitung nach Aldags Aussage noch gar nicht richtig begonnen. “Ab März läuft das Vorbereitungsprogramm”, so der Ahlener. “Bisher waren 26 Kilometer meine längste Einheit.”

Die nächsten zwei Wochen sollen die Vorbereitung nun ein paar entscheidende Schritte voranbringen. Am Samstag geht¹s für Aldag mal wieder nach Mallorca. Im Gepäck natürlich wie immer das Rennrad, aber natürlich auch ein Satz Laufklamotten. Zwei Wochen will der ehemalige Deutsche Meister mit Frau und Familie auf der Baleareninsel verbringen. Eine knappe Woche kommen auch Aldags Eltern dazu. Die Tour auf die Insel verspricht ein sportlicher Familienausflug zu werden.

Und irgendwann anschließend will Aldag dann entscheiden, wie er sich seine Zeitplanung für den ersten Marathon vorstellt. Zwei Stunden und 45 Minuten hat Aldag schon im Herbst als Devise ausgegeben. “Aber nur, wenn ich vernünftig vorbereitet bin”, sagt Aldag. Wenn er was macht, dann richtig. Damit die Premiere in keinem Fall völlig daneben geht hat er sich einen Freund aus der Laufszene als Tempomacher verpflichtet. “Oder besser als Bremser. Sonst könnte der Lauf auch ganz schön bitter werden”, schätzt Aldag. Aber Schmerzen durch sportliche Betätigung ist Aldag ja gut gewohnt.

Nach Blinddarmdurchbruch Training auf Mallorca

Rolf Aldag - Foto: Stefan SchwenkeAhlen, 15. Januar 2005 (sts). Sein Vertrag ist zwar zum Ende des Jahres ausgelaufen, im Herzen ist Rolf Aldag aber noch immer Radprofi. Und der fliegt im Frühjahr ins Trainingslager. Also packt der 37-Jährige heute mal wieder seinen Koffer und fliegt morgen für eine Woche nach Mallorca. Diesmal aber mit Frau und Kind. „Ich muss ja noch etwas nachholen“, sagt Aldag. Denn eigentlich wollte er derzeit beim Bremer Sechstagerennen gemeinsam mit Erik Zabel seine Runden drehen.

Das hat allerdings sein Blinddarm verhindert. Auf die Operation am 1. Januar folgten Komplikationen. Im Rahmen des Eingriffs wurde nach Aldags Angabe eine Vene verletzt, „das hat dann in den Bauchraum geblutet“, so der Radsportler. Mit starken Schmerzen ging’s nur einen Tag nach seiner Entlassung aus der Klinik gleich wieder zurück und zur nächsten Operation. Erst seit Dienstag ist Aldag wieder zu Hause und nach gut zwei Wochen ohne Training und etlichen Tagen ohne vernünftige Nahrungsaufnahmen weit von einer guten Form entfernt. Dazu hat Aldag, ohnehin kein Sportler mit übermäßigem Körperumfang, seit Jahresende gut fünf Kilogramm Körpergewicht verloren. „Im Moment fühlt sich der Körper noch etwas leer an“, hat er festgestellt. Aber auf dem Rad hat er trotzdem schon wieder gesessen. Die erste Trainingsrunde am Donnerstag war allerdings ungewohnt. „Ein komisches Gefühl irgendwie.“

In Bremen muss sein Freund Erik Zabel nun mit Marco Villa fahren. „Das ist schon super ärgerlich, wir hatten uns beide schon total auf das Rennen gefreut“, sagt Aldag: „Aufs Rad wäre ich Donnerstag in Bremen bestimmt gekommen, aber ich wäre auch der erste gewesen, der wieder unten gewesen wäre.“ Das Sechstagerennen in Berlin hat der Radsportler, der nach Ablauf seiner Profi-Lizenz in diesem Jahr für die Radsportfreunde Ahlen startet, dagegen noch nicht abgeschrieben. „Das entscheide ich im Laufe der Woche“, sagt Aldag. In der Hauptstadt soll er an der Seite von Robert Bartko fahren.

Damit es vielleicht noch klappt ist für morgen der Flieger nach Mallorca gebucht. Gemeinsam mit Frau Eva und Tochter Maddie geht’s auf die Insel, gemeinsam mit seinem Ex-Teamkollegen Kai Hundertmarck sowie Jan Sibbersen, dem schnellsten Schwimmer im Lager der Ironman-Triathleten, will Aldag trainieren. „Wenn ich dann bei einem 30er Schnitt schon mit Puls 155 fahre, starte ich in Berlin sicher nicht, aber wenn’s gut läuft, bin ich in Berlin dabei.“

Nachwuchs bei Rolf Aldag

Ahlen, 30. Dezember 2005 (sts). Perfektes Timing: 24 Stunden nach seinem Sieg beim Dortmunder Weihnachtspreis ist T-Mobile-Profi Rolf Aldag am Dienstagabend erneut Vater geworden. Seine Frau Eva brachte im Ahlener Krankenhaus Tochter Maddie zur Welt. Der Nachwuchs des in Beckum wohnenden Radprofis wiegt 3000 Gramm und ist 52 Zentimeter groß und “zum Glück ein Mädchen”, wie Aldag in seiner typischen Art angemerkt hat: “Dann muss ich demnächst wenigstens nicht jedes Wochenende zum Radrennen fahren.”